„Du kannst nicht mehr mithalten“

Simone Peters* lebt im Ruhrgebiet. Die UZ sprach mit ihr über ihr Leben mit Hartz IV.

Die Parallelgesellschaft steht an: Schlange an einer deutschen Tafel (Foto: ©Diakonie)

UZ: Du bist auf Hartz IV angewiesen. Wie sieht deine finanzielle Situation aus?

Simone Peters: Ich lebe in einer „Bedarfsgemeinschaft“ mit meinem Mann. Monatlich erhalte ich 374 Euro, mein Mann auch. Ich arbeite in Teilzeit, da kommen netto etwa 126 Euro hinzu, die aber fast für die Fahrkosten draufgehen. Das macht unser Monatseinkommen aus, von dem wir leben und bis auf die Miete alles bezahlen müssen.

UZ: Reicht das?

Simone Peters: Vorn und hinten nicht. Die Hartz-IV-Sätze führen dazu, dass im Bundesgebiet mittlerweile Zehntausende ohne Strom leben müssen. Im Regelsatz sind für Wohnungsinstandhaltung und Energie 36,89 Euro berechnet. Das reicht natürlich für die …  weiterlesen

Siehe auch ergänzend > Niedriglohn fürs Kapital (zur Debatte um Hartz IV)

Schläge, Hetze, Marktwirtschaft

von O. Matthes  |  UZ-Ausgabe vom 30. November 2018

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen – SDAJKein Platz im Frauenhaus – zum „Tag gegen Gewalt an Frauen“ haben Medien und Politiker erklärt, wie betroffen sie über ein lange bekanntes Problem sind. Die Caritas betreibt 55 der 350 Frauenhäuser in Deutschland. Über 3 000 Frauen mussten die Caritas-Häuser 2017 abweisen, weil alle Plätze belegt waren, weitere 400 wurden abgewiesen, weil nicht geklärt war, wer die Hilfe finanziert, teilte die „Frauenhaus-Koordinierung e.V.“ mit. Verschiedene Medien berichteten in der vergangenen Woche davon, dass ins Frauenhaus geflohen Opfer von Gewalt länger dort bleiben müssen – schon deshalb, weil sie gerade in Großstädten lange nach einer bezahlbaren Wohnung suchen. Die Frauenhäuser stehen vor der …   mehr

Real-Beschäftigte streiken

ver.di hat die Beschäftigten des SB-Warenhäuser Real für Montag (26.11.) zu einem bundesweiten Streik aufgefordert. Mit der ganztägigen Arbeitsniederlegung setzen sich die Streikenden für die Anwendung des ver.di-Flächentarifvertrages für die 34.000 Beschäftigten in dem Unternehmen ein. Vor der Düsseldorfer Zentrale des Metro-Konzerns, zu dem Real gehört, werden Montagmittag mehrere tausend Beschäftigte zu einer Streikversammlung erwartet.

verdi real 2018 11 26 1Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Werner Klockhaus und ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger wollen die Streikenden über das Verhalten des Metro-Konzerns in dem Tarifkonflikt informieren. Zu der Streikversammlung vor der Konzernzentrale ist auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil eingeladen, um zu den Beschäftigten zu sprechen. Mit dabei sind auch die Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Thomas Dommel von der Metro Logistics Germany und Xaver Schiller von der Metro C+C.

weiterlesen: ver.di


Die DKP in Bremen unterstützt den gewerkschaftlichen Kampf der Kolleginnen und Kollegen des Metro-Konzerns, um einen Flächentarifvertrag, damit ein Absenken des Lohnes durch den Konzern verhindert wird. Die gewerkschaftsnahe Hans-Bökler-Stiftung hat in ihrem Verteilungsbericht Anfang November darauf hingewiesen, dass Armut für immer mehr Menschen (auch für die, die in Arbeit sind) in Deutschland zu einem Dauerzustand wird. Dagegen müssen wir aufstehen! Um soziale Spaltung zu verringern, muss endlich eine Politik für die Mehrheit statt für Millionäre gemacht werden.

12 Euro nicht durchsetzbar?

Manfred Dietenberger zum Mindestlohn | UZ-Ausgabe vom 23.11.2018

Im August 2004 mahnte der damalige IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Peters mit Blick auf die Mindestlohndiskussion im Handelsblatt: „Die Erfahrungen der Geschichte haben uns gelehrt, die Finger davon zu lassen. Wir stehen einem gesetzlichen Mindestlohn skeptisch gegenüber“ und weiter: „Die Lohnpolitik muss den Tarifparteien vorbehalten bleiben.“ Heute, in Zeiten grassierender Tarifflucht und schwindender gewerkschaftlicher Gegenmacht, kann auf die Krücke Mindestlohn anscheinend nicht verzichtet werden. Und so hat das Bundeskabinett jüngst beschlossen, den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro um 35 Cent auf 9,19 Euro pro Stunde zu erhöhen. In einem weiteren Schritt wird der Mindestlohn ab dem Jahr 2020 auf 9,35 Euro angehoben. weiterlesen