Archiv für den Monat: Oktober 2016

100 Jahre Peter Weiss

Der Multi-Künstler und – in seinem letzten Lebensdrittel – ein politisch engagierter Mensch.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1f/Peter_Weiss_1982.jpgPeter Weiss wurde am 8. November 1916 in Nowawes/Potsdam geboren und verbrachte seine Kindheit in Bremen. Zu seiner Erinnerung finden 2016 in Bremen diverse Veranstaltungen statt.

Zum Beispiel: 08.11.2016 um 19:30 Uhr Lesung in der Buchhandlung Otto & Sohn, Breite Str. 21/22 in Bremen-Vegesack

Den Flyer *) zur Veranstaltungsserie finden Sie hier

*) Bei Peter Weiss`Personenbeschreibung auf Seite 2,  ist den Layoutern ein Fehler unterlaufen: Peter Weiss hatte kein generelles Einreiseverbot in die DDR, lediglich einmal wurde ein Einreiseantrag abschlägig beantwortet – die Redaktion.

Das besondere Jubiläum: 15 Jahre „Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg“

Schauspieler Rolf Becker rezitiert Heinrich Heine,

im Bürgerhaus Vegesack

Für die Leo Drabent Brücke soll gespendet werden

Liebe Freundinnen und Freunde,  sehr geehrte Damen und Herren,

ein Personenbündnis aus Kommunisten, Sozialdemokraten, Parteilose, Gewerkschafter, Christen und Pastoren führten am historischen  9. November  2001 ihre erste Friedenskundgebung durch.  Nach der zweiten und dritten Friedenskundgebung jeweils eine Woche später, war uns allen klar, wir machen das jeden Freitag an der gleichen Stelle um 17 Uhr in Bremen-Vegesack vor dem Kaufhaus Leffers.  Das Plakat  „Refugees Welcome“  und ganz besonders das große Transparent  „Gegen die Diener des Todes“ prägt wöchentlich am Freitag seit  1 5  Jahren den Kundgebungsort, genauso wie die 15 Jahre alte Spendendose, die jeden Freitag für die Internationale Solidarität herumgereicht wird. Die Friedensinitiative sammelt gerade für die „Elektrifizierung von Ärztehäusern mit Solarenergie“ in den Bergregionen Havannas/Kuba.  Dem Verein „KAREN für die Förderung Alternativer Energien in der Karibik“  konnten in den Jahren der Friedens- und Solidaritätskundgebungen  über  7.200 Euro übergeben werden;  insgesamt wurden in den  15 Jahren in der Fußgängerzone für verschiedene soziale und humanitäre Projekte  knapp  30.000 Euro gesammelt.

Mitglieder der Friedensinitiative putzen regelmäßig  40  Stolpersteine für ermordete Juden und Jüdinnen, Kommunisten und angeblich „Schizophrenen“, übernahmen Patenschaften für Stolpersteine,  geben den Menschen Namen und Gesicht.

Die KZ Gedenkstätte Bahrsplate in Blumenthal und die große Rasenfläche werden regelmäßig vom Müll gereinigt.

Die Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg hat den

junge Welt, 29.4.08)Schauspieler Rolf Becker

für Donnerstag, den 17. November 2016 um 19 Uhr ins Gustav Heinemann Bürgerhaus, Cafeteria eingeladen.

Rolf Becker liest Heinrich Heine  „Und Deutschland?…Ich weiß nicht…“   Die Lesung wird 90 Minuten dauern.  Rolf Becker gilt als einer der besten Heine Rezitatoren.

Eine Solidaritätslesung im Gedenken an den Blumenthaler Widerstandskämpfer Leo Drabent und seinem besten Freund Hans Neumann, die wegen ihres Kampfes gegen Faschismus, Rassismus und Krieg am 20. November 1944 im Zuchthaus Brandenburg enthauptet wurden.

Der in Blumenthal geborene Leo Drabent agitierte bereits 1917, während des ersten Weltkrieges, entschieden gegen den Krieg. Er malte Antikriegslosungen an Mauern und Zäune. Seit 1923 in der KPD organisiert, verteilte Leo vor den Reichstagswahlen 1932 Flugschriften in Blumenthal mit der Losung; „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt den Krieg!“

Auf einen Bürgerantrag 2012 hat der Beirat Blumenthal einstimmig beschlossen, eine Straße oder Brücke nach Leo Drabent zu benennen. Diese soll von der Gösper Straße über die 50 Meter  lange Brücke einmünden in die Robert Blum Straße, auch ein deutscher Revolutionär, der 1848 in Wien am Oktoberaufstand beteiligt war und daraufhin ermordet wurde.  Eine Brücken- oder Straßenbenennung nach einem ermordeten Widerstandskämpfer gegen die Nazibarbarei kostet  2.000 Euro. Das Geld ist offensichtlich auch nach  4 ½  Jahren Wartens nicht vorhanden.

Vier Mitglieder aus der Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg machten den Vorschlag, selbst initiativ zu werden und einen größeren Geldbetrag zu spenden. Die Vier kommen aus unterschiedlichen politischen, kulturellen und sozialen Zusammenhängen.  Ein Christ und langjähriger IG Metaller, ein Kommunist, ein Freund aus der Linkspartei und ein Fußballer vom Blumenthaler Sportverein (BSV), seit fast  60 Jahren dort Mitglied.  Theater- und Filmschauspieler Rolf Becker unterstützt uns  und macht eine Benefiz- und Solidaritätslesung.  Am  17. November sollen über  2.000 Euro gespendet werden.

Für die Heinrich Heine Lesung wird kein Eintritt erhoben; um eine großzügige Spende wird gebeten. Die Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg,  die am kommenden Freitag ihre      7 3 5. Friedenskundgebung durchführen wird,  ist fest davon überzeugt, dass sie im Dezember 2016 auf der Beiratssitzung in Bremen-Blumenthal dem Ortsamtsleiter Peter Nowack eine Spende von über  2.000 Euro überreichen kann.

Verflucht seien alle Kriege!

Wir freuen uns auf eine wunderbare Heinrich Heine Lesung  mit Rolf Becker!

Bremen-Nord,  den 16. Oktober 2016

INITIATIVE  NORDBREMER  BÜRGER  GEGEN  DEN  KRIEG

c/o  Johannes Philipp, Helmut Rosieka, Andreas Bähr, Gerd-Rolf Rosenberger

„Wir zahlen nicht für Eure Rente“ …

Volker Metzroth zu den Spitzengesprächen  |  Ausgabe vom 14. Oktober 2016

Startseite… schallte es aus Konzern- und Bankzentralen, nachdem Arbeitsministerin Nahles bei Spitzengesprächen Gewerkschaftern und Unternehmerverbänden ihre rentenpolitischen Vorstellungen offenbarte. Auf den DGB und dessen Verlangen „Rente muss zum Leben reichen“ zugehend, stellte sie u. a. eine Beitragshöhe bis zu 22 Prozent in Aussicht. Da jeder weiß, dass daraus vor der Bundestagswahl nichts mehr werden wird, sei daran erinnert, dass Nahles ggf. nicht die erste SPD-Politikerin wäre, die es unverschämt fände, später an Wahlversprechen gemessen zu werden.  mehr

Arbeit, Alter, Armut

Zu einigen Hintergründen der Renten-Debatte | Ausgabe vom 14. 10. 2016                                 von Hans-Peter Brenner, stellvertr. DKP-Vorsitzender

StartseiteEnde September legte das Bundesarbeits- und -sozialministerium erstmals Berechnungen zur Rentenentwicklung bis 2045 vor. Selbst nach Meinung von Medien und Experten, die grundsätzlich dieser Regierungskoalition politisch nahestehen, wirken diese Vorhersagen und Daten „erschreckend“. (Generalanzeiger Bonn v. 29.9.16) Im November will Ministerin Andrea Nahles ihr endgültiges Rentenkonzept vorlegen.  mehr

In Bremen macht das Kelloggs-Werk dicht

250 Arbeitsplätze wegrationalisiert

Der Kelloggs-Konzern kündigte heute an, seinen noch einzigen deutschen Produktionsstandort aufzugeben. Bis Februar 2018 soll der Betrieb in der Überseestadt scheibchenweise stillgelegt werden. 250 Kolleginnen und Kollegen sind davon betroffen und verlieren ihren Arbeitsplatz. Am heutigen Nachmittag wurde die Belegschaft darüber informiert.

Ratlosigkeit

Der Betriebsrat und die Kolleginnen und Kollegen wurden kalt erwischt. Dieter Nickel von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) findet die Schließung „befremdlich. Schließlich sei erst Anfang des Jahres ein neues Schicht-System mit Produktion rund um die Uhr eingeführt worden. Dass es nun das Werk in Bremen treffe, verstehe kein Mensch„.

Begründet wird die Schließung vom Kellogg-Konzern mit Überkapazitäten innerhalb des europäischen Produktionsnetzwerks. Jetzt gehe es seitens des Betriebsrates darum, in Verhandlungen mit dem Kellogg-Konzern Klarheit für die Mitarbeiter zu schaffen. Am Dienstag ist deshalb erst um 14 Uhr Schichtbeginn. Zum „Weser Kurier“ gesagte ein Unternehmens-sprecher: „Von den europäischen Produktionsstandorten sei in Bremen der größte Rückgang beim Absatz zu verzeichnen. In Zukunft will der Kellogg-Konzern nur noch in Spanien und Großbritannien produzieren.“

Worte wie Schall und Rauch

Bereits vor zwei Jahren fing die Umstrukturierung in Deutschland an, da hatte der Konzern seine Nordeuropa-Zentrale von Bremen nach Hamburg verlegt. Die angeblich bessere Anbindung an die skandinavischen Märkte hielt die NGG 2014 für vorgeschoben und sah dies vielmehr als eine Auswirkung des Sparprogramms „Projekt K“. Zuvor versicherte Kolleggs 2009, dass die Zentrale in Bremen langfristig sicher sei.

Der wissenschaftlich-technische Fortschritt wird missbraucht

Der Grund warum es keine gesicherten Arbeitsplätze gibt, wir nicht vor Wirtschafts- und Währungskrisen, vor Arbeitslosigkeit, vor den unsozialen Folgen einer kapitalistisch genutzten Automation, vor Einkommensminderung oder sozialem Abbau geschützt sind liegt in den Eigentums- und Machtverhältnissen. Denn unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen dient die Entwicklung der Produktivkräfte und die Globalisierung allein der Kapitalverwertung. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt wird missbraucht, um immer größere Profite für die Eigentümer der Produktionsmittel, die Kapitalisten, zu erzielen. Die Arbeiter und Angestellten werden zu noch schärferer Arbeitshetze gezwungen, Arbeitsplätze werden wegrationalisiert, die Massenarbeitslosigkeit steigt.

Fehlen echter Mitbestimmung

Dies wird verstärkt durch das Fehlen echter Mitbestimmung. Wenn von Unternehmerseite immer wieder behauptet wird, dass durch das Betriebsverfassungsgesetz Mitbestimmung gegeben sei, dann ist das irreführend. Wirksame Mitbestimmung im Betrieb und am Arbeitsplatz erfordert mindestens das Verbot der politischen Tätigkeit der Vertreter der Arbeiter aufzuheben und in Personalfragen, Gestaltung der Arbeitsbedingungen, bei Investitionen, Unternehmenszusammenschlüssen, der Produktions- und Absatzlage, aber vor allem bei der Sicherung der Arbeitsplätze die Entscheidungen im Interesse der Arbeiter zu treffen.

Solidarität mit den Kelloggs-Kolleginnen und Kollegen!

Für den Erhalt des Bremer Kelloggs-Standortes!

Atombunker Sedanplatz in Bremen-Vegesack

Wir dokumentieren:    

Im kalten Krieg gab es in Bremen ca. 54 Bunker. Eine der größten Anlagen befindet sich in Bremen-Vegesack unter dem Sedanplatz. Die Bunkertüren öffnen sich einmal im Jahr und gewähren einen Blick in den damaligen angeblichen Zivilschutz in Bremen.

mehr unter http://www.radiobremen.de/gesellschaft/themen/atombunker-vegesack100.html

DGB für höhere Renten

„Riester“ ist selbst für Befürworter gescheitert von Volker Metzroth

Startseite„Rente muss reichen“, heißt es aktuell beim DGB. Er will vor der Bundestagswahl Druck aufbauen: Stoppt die Senkung des Rentenniveaus und hebt es wieder an! Seit nicht mehr das Brutto weiterhin Bemessungsgrundlage der Beiträge, sondern der Nettolohn zur Berechnungsgröße der Renten wurde, sank … mehr

Nahles macht‘s billig

Herbert Schedlbauer zur „Flexirente“ der SPD

Andrea Nahles will dazu gehören. Zur Sozialabbau-Partei-Deutschlands. Die einst dunkelorange Andrea, in einer gar nicht roten Partei, tritt in die Fußstapfen der Münteferings, Steinbrücks und Gabriels. Als Befürworterin einer „Flexirente“ befindet sie sich in trauter Einvernehmlichkeit mit diesen Sozialkillern. Die Drahtzieher der großen Koalition im Hintergrund, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) halten sich zwar noch bedeckt. Doch Nahles geht auf Tuchfühlung mit der BDA und den Gewerkschaften. Erste Gespräche sind bereits gelaufen. Sie will mit BDA und DGB an einen Tisch. Früher nannte man das Konzertierte Aktion.  mehr