Arbeitsplatzvernichtung im Land Bremen geht weiter

… jetzt trifft es 117 der mehr als 400 Kolleginnen und Kollegen der Lloyd-Werft in Bremerhaven

Die Kolleginnen und Kollegen wurden heute vormittag (27.02.17) auf einer Betriebsversammlung über den Kahlschlag des Mutterkonzerns der Lloyd-Werft, der malaysischen Genting-Gruppe informiert.

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Unter den Kolleginnen und Kollegen ist die Stimmung mies, sie trauen der Geschäftsführung und ihren Managern nicht mehr über den Weg. Sie reden nicht miteinander, weil sie Angst haben und jeder hofft insgeheim, noch einmal davon zu kommen, wenn er nicht kämpft. Dies ist zwar menschlich, hilft aber nur den Bossen, den Kahlschlag in aller Ruhe abzuwickeln und die Belegschaft unterzubuttern.

Schon vor Weihnachten hatte die Chefetage angekündigt, sich aus dem Schiffsreparaturge-schäft zurückzuziehen, um in den Jachtenbau verstärkt einzusteigen. Dazu ein Kollege: „Ich finde es mit Verlaub gesagt wirklich Sch… und traurig, dass wir so an die Wand gedrückt werden und für uns nichts übrig ist, dabei ist genug Arbeit in Bremerhaven da“. Wenig Trost für die betroffenen Kollegen ist die zu versteuernde Abfindung. Der Genting-Konzern hat dafür 12 Millionen Euro geplant zurückgelegt.

Wir Kommunistinnen und Kommunisten meinen:                                                                              Der Grund warum es keine gesicherten Arbeitsplätze gibt, ist der Profit1), denn er ist die Triebkraft des Kapitalismus. Der Profit sorgt dafür, dass wir nicht * vor Wirtschafts- und Währungskrisen, * vor Arbeitslosigkeit, * vor den unsozialen Folgen einer kapitalistisch genutzten Automation, * vor Einkommensminderung oder sozialem Abbau geschützt sind.

Das wiederum liegt in den Eigentums- und Machtverhältnissen.

Denn unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen dient die Entwicklung der Produktivkräfte und die Globalisierung allein der Kapitalverwertung. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt wird missbraucht, um immer größere Profite für die Eigentümer der Produktionsmittel, die Kapitalisten, zu erzielen. Die Arbeiter und Angestellten werden zu noch schärferer Arbeitshetze gezwungen, Arbeitsplätze werden wegrationalisiert, die Massenarbeitslosigkeit steigt.

Dies wird verstärkt durch das Fehlen echter Mitbestimmung. Wenn von Unternehmerseite immer wieder behauptet wird, dass durch das Betriebsverfassungsgesetz Mitbestimmung gegeben sei, dann ist das irreführend.

Wirksame Mitbestimmung im Betrieb und am Arbeitsplatz erfordert mindestens * das Verbot der politischen Tätigkeit der Vertreter der Arbeiter aufzuheben und * in Personalfragen, * bei Investitionen, * Unternehmenszusammenschlüssen, aber vor allem * bei der Sicherung der Arbeitsplätze, die Entscheidungen im Interesse der Arbeiter zu treffen.

SOLIDARITÄT MIT DEN KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN DER LLOYD-WERFT IN BREMERHAVEN!


1) Der freie Kapitalverkehr ist das wahre Grundgesetz des Kapitalismus. Die Freiheit, Kapital nicht nur einzusetzen, durch den Einsatz von Arbeitskraft zu vermehren und zu akkumulieren, sondern es auch beliebig zu transferieren, es also auf die Reise in gewinnträchtige Regionen der Welt zu schicken, immer dann wann der Profit in Gefahr oder woanders mehr Profit gemacht werden kann.