Frankreichs Wahl

PARIS/BERLIN (Bericht von german-foreign-policy) – Mit Emmanuel Macron hat der Favorit
Berlins die erste Runde der französischen Präsidentenwahl gewonnen.
Macron konnte sich am gestrigen Sonntag mit – laut jüngsten
Hochrechnungen – rund 23,4 Prozent der Stimmen durchsetzen; Marine Le
Pen vom Front National kam demnach mit 22,6 Prozent auf Platz zwei.
Macron gilt als wahrscheinlicher Sieger in der zweiten Wahlrunde am 7.
Mai. Die deutsche Regierung hatte zunächst auf den konservativen
Kandidaten François Fillon gesetzt und offen für ihn geworben, sah
sich nach seinen Umfrageeinbrüchen wegen des Skandals um hohe
Mitarbeitergehälter für seine Ehefrau aber gezwungen, auf Macron
umzuschwenken, den ein Berliner Think-Tank als ebenso
„Deutschland-kompatibel“ einstuft wie Fillon. Sämtliche sonstigen
Kandidaten seien demnach wegen ihrer Kritik an EU und/oder NATO für
eine „konstruktive Zusammenarbeit“ ungeeignet. Berlins Einmischung
zugunsten Macrons, für den kürzlich noch Bundesfinanzminister
Wolfgang Schäuble eine offene Wahlempfehlung abgegeben hat, zeigt
einmal mehr, dass die deutsche EU-Dominanz an nationalen Grenzen kein
Halten mehr kennt. Zudem stellt sie, wie ein bekannter Brüsseler
EU-Beobachter konstatiert, die dünne russische Einmischung in
Frankreich bei weitem in den Schatten  >>> mehr