Werder – oje, oje

Wir dokumentieren einen Leserbrief von Katrin Alapas

SV Werder erneut von Militarisierungswelle erreicht

Auch in diesem Jahr, wie schon in 2016,  sieht sich Werder Bremen nicht genötigt zur  Bundeswehr auf Distanz zu gehen und diese staatliche Institution kritisch zu sehen.

Im letzten Jahr nahm Werder an einem Tunier in Dresden teil, dass u.a. von der Bundeswehr gesponsert und inhaltlich mitgestaltet wurde.

In diesem Jahr, sprich gestern, wurden die Werder-Spieler in die Bundeswehr-Kaserne „Emmich Cambrai“ in Hannover gekarrt. Was die Mannschaft dort machen musste, das verrät Werder Bremen nicht. Werder Bremen vermeldete heute nur: „Von frühmorgens bis zum Nachmittag absolvierten die Spieler* in mehreren Gruppen einzelne Stationen, bei denen es vor allem darauf ankam, als Team zusammenzuarbeiten und anspruchsvolle Aufgaben im Gelände zu lösen.“ 

Gerade in dieser Zeit wo ein brauner Bundeswehrskandal mit Terrorzellen, faschistisch gesinnten Soldaten oder Misshandlungen von Untergebenen den nächsten ablöst, hätte man ein wenig mehr Fingerspitzengefühl und Distanz zu so einer verrufenen staalichen Einrichtung erwarten können.

Auch sollte man mal in der Geschichte des Vereins surfen oder im Bildband „Mythos Weser-Stadion“ die Zeit im deutschen Faschismus nachlesen und erfahren, wie z.B. das Militär u.a. die Pauliner Marsch als Exerziergelände konfiziert und benutzt haben oder wie das Weser-Stadion in „Bremer Kampfbahn“ unbenannt und intensiv für Propagandaorgien der Nazis benutzt wurde.

Braune Typen, Generäle und Kriegsverbrecher aus Hitler-Armee, SA und SS bauten nach ihrer Rehabilitierung die Bundeswehr auf, gaben ihr die militär-faschistische Struktur und braunen Inhalte, die heute immer wieder und unverhohlener ans Tageslicht kommen und in den weltweiten militärischen Einsätzen nicht nur propagiert, sondern auch praktisch und brutal umgesetzt werden.

Weiß man, wer der Namensgeber der Bundeswehr-Kaserne „Emmich Cambrai“ in Hannover war? Wir helfen ein wenig nach:

Emmich: Zu Beginn des Ersten Weltkriegs führte Emmichs Armeekorps im August 1914 die erste größere Aktion des Krieges durch, die Eroberung von Lüttich, wodurch dem nachrückenden deutschen Heer der Weg nach Frankreich freigemacht werden sollte.

Cambrai: Im ersten Kriegsjahr 1914 des Ersten Weltkriegs wurde Cambrai von deutschen Truppen besetzt. Cambrai war ein strategisch wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und somit eine Schlüsselversorgungsstelle für die deutsche Siegfriedstellung. Aus diesem Grund errichtete auch Paul von Hindenburg sein Hauptquartier in Cambrai. Nördlich der Stadt entstand 1917 bei Épinoy ein Feldflugplatz. Vom 20. November bis zum 6. Dezember 1917 fand hier die Schlacht von Cambrai statt, die als erste große Panzerschlacht der Geschichte bekannt wurde. Die deutschen Truppen setzten die Stadt in Brand, bevor sie sich 1918 zurückzogen. Das gesamte Stadtzentrum musste neu aufgebaut werden. Von den 2500 Gebäuden der Stadt wurden 1500 total zerstört.

Teambildung kannst Du auch in Seminaren, Workshops oder Erlebnisparks (gibt es auch in Schneverdingen) erfahren – dazu brauchst Du kein militaristischen Truppenübungsplatz.

KEIN WERBEN FÜRS STERBEN!


*KRIEG IST KEIN SPIEL.