Erfolgreiche DKP-Veranstaltung zum Frauentag in Bremen

von Katrin Alapas, Bremen

Am 11. März 2018 hatte die DKP im Land Bremen zum 107. Internationalen Frauentag eingeladen. Das Thema der Veranstaltung lautete „Frauen im Kampf für den Frieden“. Über sechzig interessierte Frauen und Männer folgten der Einladung, darunter viele Freundinnen und Freunde wie Sympathisanten der DKP. Für sie alle ist der 8. März natürlich ein besonderer Tag im Jahr.  Durch die Auftritte der beliebten Bremer Sängerin Aline Barthélémy sowie der anerkannten linken Friedensaktivistin Barbara Heller vom Bremer Friedensforum als Hauptrednerin, bekam die Veranstaltung einen interessanten und mitreißenden Charakter, der es den Besucherinnen und Besuchern leicht machte, der Fülle der Informationen zu folgen.

Der Kampf für den Frieden – eine Frauensache?

fragte Barbara Heller und antwortete zugleich:  „Die großen historischen Vorbilder der Frauenfriedensbewegung sind davon ausgegangen, dass die Frauen ein besonderes Interesse am Frieden haben. Die Frauen bringen die Kinder zur Welt und sind mehr als die Männer zuständig für das Wohl und Wachsen der Kinder. Aus dieser Zuständigkeit entwickeln sich innigere Beziehungen zwischen Frauen und Kindern und damit auch eine größere Ablehnung des Krieges, der das Leben der Kinder in Frage stellt, als Opfer von Bombardierungen, aber auch als Soldaten im Krieg. Das alte Sprichwort: „Frieden nährt, Krieg verzehrt“ haben die Frauen immer in besonderer Weise am eigenen Leib erlebt. Zu der Angst um die Männer und Söhne an der Front kam die Not zuhause. Hunger, Kälte, Zerstörung, damit mussten die Frauen nun alleine zurechtkommen. Und wenn der Krieg zu Ende war, waren sie es, die zuerst den Aufbau beginnen mussten. Nicht umsonst sind es die Trümmerfrauen, die in die Geschichte eingegangen sind.

Ein weiterer Grund des Engagements der Frauen in Friedensorganisationen ist vielleicht der, dass Frauen bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts in klassischen politischen Strukturen wie Parteien und Parlamenten nicht genügend vertreten waren. In Deutschland wurde das Frauenwahlrecht erst 1918 durchgesetzt, bis heute sind die Frauen in Parteien und in politischen Organisationen in der Minderheit. „

Beide, Aline Barthélémy und Barbara Heller, nannten in ihren Beiträgen noch weitere historische Situationen und Beispiele, in denen Frauen die notwendigen Schlussfolgerungen aus ihren Erfahrungen im Kampf für ihre Rechte, für den Frieden, für das Überleben zogen. 107 Jahre Internationaler Frauentag bedeuten weltweit über hundert Jahre organisierte Gegenwehr gegen Kaiser, Bürgertum & Kapitalismus, Vaterland und Patriarchat.

Während Aline Barthélémy in ihren Liedern den Kampf der Frauen der Arbeiterinnenklasse mal ernst oder auch humoristisch darstellte, schlug Barbara Heller überwiegend nachdenkliche Töne an und reflektierte die proletarische Frauenbewegung, wobei sie bedeutende Texte fortschrittlicher und kommunistischer Autorinnen wie Bertha von Suttner, Clara Zetkin, Rosa Luxemburg, Käthe Kollwitz oder Anna Pöhland in ihre Überlegungen einfließen ließ und in interessanter und ansprechender Weise vortrug. Dazu trug auch das in den Redebeitrag eingebaute Interview mit der Zeitzeugin Gerda Gonsior aus Bremen bei.

Am Ende zogen die Anwesenden gedanklich wohl das Fazit: „Wenn wir aber die gesamte gesellschaftliche Entwicklung betrachten, ist das Erkämpfte sicher nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Gleichberechtigt sind die Frauen noch nicht.“

Hier für Sie der Redebeitrag auf dem Frauentag von Frau Barbara Heller