Der 1. Mai in Bremen

4000 Kolleginnen und Kollegen beteiligten am 1. Mai an den Aktionen des DGB

Bremer 1. Mai-Splitter

4000 Menschen bei Maikundgebung in Bremen. Die Bremer DGB-Vorsitzende Anette Düring hatte zum Auftakt die aktuell erreichten Tarifabschlüsse der IG Metall und von Verdi dargestellt. Aus ihrer Sicht ein durch die Gewerkschaften und ihre Warnstreiks erkämpftes Ergebnis, von dem nun alle Arbeitnehmer profitierten. Zugleich beklagte sie den Arbeitsplatzabbau bei vielen Lebensmittelherstellern der Region. Es gebe eine lange Liste der betroffenen Betriebe von Hachez über Mondelez bis Kelloggs, sodass in den zurückliegenden Jahren hier fast 3000 Stellen verschwunden seien. „Wenn wir nicht aufpassen, verliert Bremen und die Region eine ganze Branche“, so Düring.

Der Betriebsratsvorsitzende Manuel Freire-Stelljes von der EVG des Bremer Instandsetzungswerks der DB in Sebaldsbrück berichtete vom aktuellen Stand des Kampfes seiner Belegschaft gegen die von der Bahn angekündigte Schließung der Lokhalle. Es drohe der Wegfall von 120 Arbeitsplätzen sowie wichtigem Know-how für den Fortbestand des Werkes. Wenn dies passiert, kann laut Stelljes keine qualifizierte Ausbildung für die digitale Arbeitswelt im 21. Jahrhundert stattfinden, denn an Drehmaschinen aus den 80ziger Jahren geht das nicht. Desweiteren forderte Freire-Stelljes die Bahn auf, aus Profitgründen weniger Aufträge an Subunternehmen zu vergeben.

Der im Vorfeld von linken GewerkschafterInnen kritisierte Auftritt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der GdP Schilff  blieb nicht störungsfrei. Eine Gruppe von rund 30 ultralinken Demonstranten begleiteten mit Trillerpfeifen, Schalmeien und Vuvuzelas die Rede des Hauptredners der Gewerkschaft der Polizei, sie begründeten dies mit der Verschärfung des Polizeigesetzes. Das diene nur dazu, Arbeitskämpfe, Streiks und Demonstrationen wie beim G20-Gipfel zu verhindern oder stark einzuschränken.

Weil dies störende Verhalten über den Köpfen des überwiegenden Teils der GewerkschafterInnen stattfand, kehrte sich bestehende Kritik am Hauptredner ins Gegenteil – deshalb konnten und wollten etliche Kolleginnen und Kollegen dieses Störmanöver nicht verstehen, geschweige denn unterstützen, da sie der GdP nicht ablehnend gegenüberstehen und auch keine grundlegende Kapitalismuskritik haben.

Zwischenzeitlich kam es zu einem kurzen Gerangel zwischen den Protestierern und anderen Gewerkschaftern, die die Rede des Polizisten-Redners hören wollten. „Das wird noch Gespräche geben“, kündigte Anette Düring im Kundgebungsanschluss an. Denn nicht wenige der „Pfeifer“ sind zugleich auch in einer der acht Einzel-Gewerkschaften des DGB aktiv. „Die spalten hier ihre eigene Demonstration“, kommentierte ein weiterer Gewerkschafter.

Wem nützt es, bleibt zu fragen! Im Netz jedenfalls wurde ein reaktionärer Shitstorm gegen alles Linke und Kommunistische entfacht. Schlimm, dass sich diese ultralinken Fehler in unserer Bewegung immer wiederholen – lest doch endlich mal Lenins Schrift „Der linke Radikalismus“, die Kinderkrankheit im Kommunismus“!

 Die Bremer DKP-Genossinnen und Genossen beteiligten sich mit einem eigenen Transparent, der UZ , dem Verteilen von Flugblättern und dem Sammeln von Unterschriften für den Abrüstungsappell an dem bisweilen stürmischen und verregneten 1. Mai in Bremen.       Katrin Alapas – Redaktion