„Wir haben unseren internationalistischen Beitrag geleistet“

Aus Anlass des 60. Jahrestages der kubanischen Revolution sprach die UZ mit Heinz Stehr über die Solidaritätsprojekte der DKP.

Genosse Heinz Stehr, DKP Elmshorn (Bildmitte)
Beratung der Brigadisten. Der Rohbau ist fast fertig.
Beratung der Brigadisten. Der Rohbau ist fast fertig. (Elfriede Haug)

UZ: Wie kam es zu den Solidaritätsprojekten der DKP auf Kuba?

Heinz Stehr: Die DKP war immer eine internationalistische Partei, die die Traditionen der revolutionären Arbeiterbewegung seit Marx und Engels unter den jeweiligen Bedingungen lebte. Zu den herausragenden Ereignissen in der Zeit seit meiner Mitgliedschaft in der KPD 1962 gehörte die Solidarität mit Vietnam, Südafrika, Nicaragua und natürlich Kuba.
Es waren immer konkrete Projekte der Solidarität, die wir planten und damit auch ähnlich agierten wie andere kommunistische Parteien, die weltweit Solidarität bekamen und selbst gaben. In der Zeit der Illegalität der KPD von 1956 bis 1968 erhielt die KPD viel Solidarität, vor allem durch die sozialistischen Staaten.
Der Schwerpunkt der Solidarität bis Anfang der 90er Jahre war Nicaragua. Die DKP beteiligte sich daran mit dem Bau einer Druckerei und anderen Projekten. 1994 reiste Hermann Mädler vom Parteitag der FSLN nach Havanna zu Gesprächen beim Zentralkomitee der KP Kubas. In dem Bericht von dieser Reise, der in der DKP-Info 5/94 veröffentlicht wurde, heißt es: „Es wurde über die Idee diskutiert, ob es sinnvoll sei, für die Unterstützung der Kommunisten Kubas eventuell eine Brigade der DKP ins Leben zu rufen.“
Die Brigade „Che Guevara“ folgte. Die Mitglieder der DKP und viele Freunde sammelten ca. vier Millionen DM. 400 Brigadistinnen und Brigadisten beteiligten sich zusammen mit kubanischen Genossen am Bau von Arztpraxen, eines Rehazentrums und der Kinderklinik „Rosa Luxemburg“ für mehrfach behinderte Kinder.
Im Parteiprogramm beschlossen wir 2006 als eine Aufgabe der DKP: „Sie wird insbesondere ihre praktische Solidarität mit dem sozialistischen Kuba fortsetzen und verstärken.“

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