Warnstreik im Bremer Stahlwerk

Bildergebnis für Stahlarbeiter Bremen-IG Metall1.000 Hüttenarbeiter_Innen sind einem Aufruf der IG Metall gefolgt und haben heute das Bremer Stahlwerk von Arcelor Mittal für mehrere Stunden bestreikt, damit sich Druck im Tarifstreit der nordwestdeutschen Stahlindustrie aufbaut. Bis jetzt beteiligten sich über 7.500 Kolleginnen und Kollegen im Bezirk Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Die IGM hat u.a. sechs Prozent mehr Lohn und 1800 Euro zusätzliches Urlaubsgeld, das bei Bedarf in freie Tage umgewandelt werden kann für die  Kolleginnen und Kollegen  gefordert. Das Stahlwerk ist mit 3000 Beschäftigten nach wie vor eines der größten Betriebe in Bremen.

Von Seiten der Eigentümer wurde in den bisherigen drei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt, was eigentlich nicht überrascht. Die Damen und Herren der Konzernetagen arbeiten ja auch nicht im Schichtdienst und kennen die hohen gesundheitlichen Belastungen der  Hüttenarbeiter  nicht. So treten Erschöpfung, Müdigkeit, Schlafstörungen und Rückenschmerzen häufiger auf als bei Beschäftigten mit Arbeitszeiten zwischen 7 und 19 Uhr. Wer über längere Zeit Schicht arbeitet, hat zudem ein höheres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, ist anfälliger für depressive Stimmungen und Angstzustände und läuft Gefahr, an Burnout zu erkranken. Darum wundert es nicht, dass die Beschäftigten Entlastungsmöglichkeiten fordern. Die zusätzliche Urlaubsvergütung soll daher in freie Tage umwandelbar sein.“

Knut Giesler, Bezirksleiter IG Metall Nordrhein-Westfalen und Verhandlungsführer: „Der wirtschaftliche Aufwärtstrend in der Stahlindustrie hält an. Die Kapazitätsauslastung lag in diesem Jahr um die 90 Prozent und nähert sich den Durchschnittswert von vor der Krise (91 Prozent) an. Auch die Preise, die erzielt werden können, steigen deutlich. So lag der mittlere Stahlpreis für Warmband zuletzt bei 568 Euro. Das sind rund 80 Prozent mehr als noch vor 3 Jahren. Diese gute wirtschaftliche Lage drückt sich in der Forderung von 6 Prozent und der Einführung einer tariflichen Urlaubsvergütung aus. Die Beschäftigten wollen an dem, was sie erwirtschaften, teilhaben. Angesichts der guten wirtschaftlichen Situation in der Branche ist das auch machbar.“

Am 18.02.2019 sollen die nächsten Gespräche stattfinden. Erst dann will die IG Metall entscheiden, ob es weitere Protestaktionen gibt, dann selbstverständlich erneut in Bremen, um die Löhne und Gehälter der Beschäftigten steigen zu lassen. Die Streiks der Tarifrunde haben bereits in der vergangenen Woche begonnen. In der nordwestdeutschen Stahlindustrie arbeiten rund 72.000 Menschen.

Profite und Dividende steigen weit schneller als Löhne und Gehälter, darum: Für 6 Prozent mehr Lohn, sowie 1800 Euro Urlaubsgeld – was in freie Tage umwandelbar sein muss – zur Verbesserung der Lebensverhältnisse!

Um die Attraktivität der Eisen- und Stahlindustrie gerade auch bei jungen Menschen hoch zu halten und einem Fachkräftemangel in dieser Branche vorzubeugen, wurde eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen sowie die Vereinbarung einer Verhandlungsverpflichtung zu Dual Studierenden gefordert. Die zusätzliche Urlaubsvergütung für Auszubildende soll 600 Euro betragen.

„Wir wollen die volle Durchsetzung unserer Forderungen und dem Vorstand zeigen, mit wem er sich anlegt.“

Solidarität mit den Hüttenarbeitern und der IGMetall!