Gewoba kauft ehemaliges Kreiswehrersatzamt in der Falkenstraße

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In Bremen sind seit den 1990ziger Jahren Tausende Wohnungen aus der sozialen Preisbindung gefallen: Die Zahl der Sozialwohnungen sank von mehr als 90.000 auf zuletzt rund 8300. Zahlen aus 2014 belegen, dass von in Bremen gebauten Wohnungen (1079 Einheiten) keine einzige Sozialwohnung dabei war. Gerade deshalb hagelte es für die Stadt Bremen Kritik, dass das ehemalige Bundeswehrhochhaus in der Falkenstraße seit langer Zeit  leer steht, anstatt das dort bezahlbarer  Wohnraum entsteht. Heute kam nun die Meldung, dass die städtische Bremer Wohnungsbaugesellschaft Gewoba das einstige Bundeswehrhochhaus in der Bahnhofsvorstadt gekauft hat.

Bis 2007 war in dem Hochhaus, aus dem Jahr 1969, das Kreiswehrersatzamt untergebracht. Als es die Wehrpflicht noch gab, fand dort die Rekrutierung von zukünfigen Soldaten statt. Bis ins Jahr 2014 nutzte der Zoll das Gebäude. Ab 2015 wurden in der Immobilie Flüchtlinge untergebracht. Seitdem auch diese Nutzung  ausgelaufen ist, stehen die gut 9000 Quadratmeter Nutzfläche leer.

In dem ehemaligen 60 Meter hohen militärischen Verwaltungsgebäude und in einem Neubau auf dem Grundstück sollen laut Gewoba „180 Wohnungen entstehen. 112 davon sollen kleine, günstige Wohnungen sein, für Auszubildende und Berufsanfänger“. Die Gewoba hat sich laut Vorstandschef Peter Stubbe  verpflichtet, die öffentlich geförderten Wohnungen innerhalb von fünf Jahren fertigzustellen.

Günstiger Wohnraum wird in Bremen dringend benötigt. Doch obwohl das Land Bremen in den vergangenen vier Jahren wieder verstärkt auf den Bau neuer Sozialwohnungen setzte, sank der Bestand in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich.. Zuletzt gelang es der Stadt seit 2015 zumindest, die Zahl der Sozialwohnungen durch Neubauten zu stabilisieren. Eine leichte Erhöhung des Bestands strebt die Baubehörde in den nächsten Jahren an. Ein erfolgreicher Schritt kann mit dem ehemaligen Kreiswehrersatzamt getan werden.

Die DKP tritt dafür ein, dass bezahlbarer sozialer Wohnungsbau Vorrang hat. Statt Bauland fast nur für teure Wohnobjekte zu verwenden, müssen sie überwiegend für den sozialen Wohnungsbau verwendet werden. Langfristig sollten deshalb auch Bremer Mietwohnungen vermehrt im Besitz der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (GEWOBA) oder von anderen gemeinnützigen oder genossenschaftlichen Trägern sein. Das kann die Mietpreise dämpfen und sorgt dafür, dass Haushalte mit geringen oder mittleren Einkommen auch in Zukunft noch eine Wohnung finden.

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Deshalb fordert die DKP, dass zur Linderung der Wohnungsnot die Gemeinden ermächtigt werden, über leer stehenden Wohnraum  zu verfügen!  

Für bezahlbaren und guten Wohnraum in Bremen.