Mieten stoppen – Löhne rauf!

In der Bremer Innenstadt haben heute an die 2000 Menschen gegen steigende Mieten demonstriert, wozu das Aktionsbündnis „Menschenrecht auf Wohnen“ aufgerufen hatte. Die Abschlusskundgebung mit unter-schiedlichen Redner.innen auf dem Bremer Marktplatz begann gegen 13:00 Uhr und immer wieder wurde die Forderung nach mehr sozialen Wohnungsbau und einem Ende der Privatisierungen öffentlicher Wohnbestände an die Bremer Regierungspolitiker gestellt.

Die Bremer Rundschau vom 23.03.2019 analysiert  zu dieser gängigen Praxis des Kapitalismus: „Das heute ständig Wohnungen aus der Sozialbindung fallen, hat den Hintergrund, dass die aktuelle Praxis der sozialen Wohnraumförderung im Gegensatz zum früheren sozialen Wohnungsbau eigentlich die öffentliche Subventionierung privatwirtschaftlicher Bauvorhaben ist. Dafür wird dann als Gegenleistung ein Bruchteil der staatlich subventionierten Wohneinheiten für einen begrenzten Zeitraum zu sozialverträglichen Mieten zur Verfügung gestellt.

Die zunehmende Umwandlung von vergleichs­weise günstigen Mietwohnungen in teure Eigentums­wohnungen tut das Ihre dazu, dass Mietwohnungen knapper und teurer werden.“

Der Mitinitiator der Demonstration, Joachim Barloschky, beklagte, dass Bremerinnen und Bremer besonders viel von ihrem Einkommen für die Miete ausgeben müssten, weil das Gehalt oft klein sei. Das sei Mieten-Wahnsinn, der für viele mittlerweile existenzbedrohend sei. Deshalb müsse es endlich wirksame Mietpreisbremsen geben und mehr Mitbestimmung von Mietern in Aufsichtsgremien.

Das Aktionsbündnis „Menschenrecht auf Wohnen“ warnt davor, dass vor allem Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger von den mehr als 50.000 fehlenden Wohnungen betroffen sind und in Zukunft stark betroffen sein werden. Vielen droht deswegen die Obdachlosigkeit.

In Erwägung, daß da Häuser stehen während ihr uns ohne Bleibe laßt, haben wir beschlossen, jetzt dort einzuziehen weil es uns in uns’ren Löchern nicht mehr paßt.
In Erwägung, daß wir der Regierung was sie immer auch verspricht, nicht trau’n haben wir beschlossen, unter eig’ner Führung uns nunmehr ein gutes Leben aufzubau’n .