Umgang mit rechten Parolen im Betrieb

Die Hemmschwelle ist immer weiter zurückgegangen

Durchgestrichenes Hakenkreuz
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Kai Venohr, Bildungsreferent beim DGB Bildungswerk Bund und stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Mach meinen Kumpel nicht an! – für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus e. V“, berät Betriebs- und Personalräte zum Umgang mit rechtspopulistischen Äußerungen von Kolleginnen und Kollegen. Das Magazin für Beamtinnen und Beamte hat ihn unter anderem gefragt, ob rechte Parolen am Arbeitsplatz derzeit zunehmen.

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Verkappte faschistische Kumpane

Antifaschistischer Kommentar über die angeblichen Anwälte der kleinen Leute

Das System „Nationalsozialismus“ beseitigte  im Hitler-Faschismus die Arbeitslosigkeit durch Arbeitsbeschaffung für den Tod; er nahm den Arbeitern ihre in jahrzehntelangen Kämpfen eroberten Rechte; vor allem das Recht auf eigene Organisationen. Gleichzeitig wurde den Arbeitern erzählt, die Konzern- und Bankherren hätten in Deutschland nichts mehr zu sagen, denn der Staat lenke die Wirtschaft.

Diese betrügerische Propaganda wirkte als Schutzschild für die Machenschaften der Rüstungs-Plutokraten (Herrschaft des Reichtums) und ihrer faschistischen Kumpane.

War im zwölfjährigen faschistischen Deutschland das Proletariat abgeschafft?

Am 1. Mai 1933 verkündeten die faschistischen Führer Hitler, Goebbels und Ley, von nun an sei die Arbeitskraft des Arbeiters keine Ware mehr, im neuen deutschen nationalsozialistischen Staat gäbe es kein Proletariat. Den „Beweis“ dafür nahmen sie aus dem schon vor Hitlers erschienenen Buch: „Das Dritte Reich“ von Moeller van den Bruck.

Dort hieß es: „Proletarier ist, wer Proletarier sein will.“

Das sollte bedeuten, nur der Glaube, Proletarier zu sein, mache den Menschen zum Proletarier; sobald er das nicht mehr glaube, höre er auch auf, Proletarier zu sein.

Nach marxistisch-materialistischer Auffassung ist für die soziale Stellung des Menschen offenkundig ganz gleichgültig was er sich einbildet. Entscheidend ist allein die Rolle, die er tatsächlich im Produktionsprozess spielt: ist er Privateigentümer von Produktionsmitteln (Fabriken, Maschinen etc.), mit deren Hilfe er fremde Arbeitskraft ausbeutet, so ist er Kapitalist. Besitzt er nichts als seine Arbeitskraft, die er dem Kapitalisten verkaufen muss, um leben zu können, so ist er Proletarier.

„Weil das deutsche Volk in dem vom Nationalsozialismus geschenkten Glauben die Wirtschaft als seine Wirtschaft ansah, war der Nationalsozialismus der Notwendigkeit enthoben, seinen sozialistischen Willen dadurch zu beweisen, dass er Experimente in der Wirtschaft veranstaltet.  Das deutsche Volk hat mit seinem Glauben an den Nationalsozialismus seelisch von der Wirtschaft Besitz ergriffen.“ („Das Dritte Reich“, Seite 10/11)

Und heute: Rechter sozialreaktionärer Populismus entsteht während langanhaltender Krisen des kapitalistischen Systems und der bürgerlich-parlamentarischen Demokratie. Die etablierten bürgerlichen Parteien wie auch ihre Bindungen zu bestimmten WählerInnengruppen sind geschwächt, wenn nicht sogar in Auflösung begriffen. Nur durch ein eigenes Konzept, das originär eine antifaschistisch und gewerkschaftliche Handschrift trägt, ist „klare Kante“ in der Öffentlichkeit sichtbar und führt zu einer Reduzierung der stark emotionalen politischen Debatte sowie möglicherweise einem Abebben rassistischer Vorurteile in unserer Gesellschaft – siehe DGB-Erklärung.    K.A. / W.U.