Gesundheit als Ware? Das ist doch krank III

Krankheit als Geschäft (Teil 5 | 6)

Was bisher geschah: Krankheit ist ein Riesengeschäft. Im Teil IV (siehe UZ vom 13. September) unserer Artikelserie haben wir gesehen: Es geht in der BRD um eine Markt von etwa 350 Milliarden Euro. Bei einer Gesamtwirtschaftsleistung (BIP 2018) von 3 340 Mrd. Euro sind das gut 10 Prozent. Im vorigen Teil V (siehe UZ vom 11. Oktober) traten die Teilnehmer an diesem Markt in ihrer gesellschaftlichen Gesamtheit auf, mit ihren entgegengesetzten Klasseninteressen: Für das Kapital ist das Gesundheitssystem einerseits ein Riesenmarkt zur Kapitalvermehrung, andererseits sind die Kosten zur Wiederherstellung der Arbeitskraft Herstellungskosten, die es wie den Lohn möglichst niedrig halten will. Für die Arbeiterklasse besteht die Notwendigkeit, sich im Klassenkampf ein Niveau des Überlebens zu erstreiten. Der Staat der herrschenden Klasse hat die Aufgabe, den Klassenkampf möglichst geräuschlos und kostengünstig in systemerhaltende Bahnen zu lenken. Wenn der Druck der Kapitalseite auf den Widerstand der Arbeitsseite stößt und die üblichen Integrationsmittel den Widerstand nicht weichklopfen, entstehen Risse im System, wie sie aktuell im hiesigen Gesundheitswesen sichtbar werden.

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25.10.2019: Siehe auch >>> ver.di und Arbeitgeberverband BVAP verhandeln bundesweiten Tarifvertrag Altenpflege