Ein Name der wie ein Stolperstein wirkt

Das Neustädter Schulzentrum an der Delmestr. beabsichtigt im Schulgebäude C eine Installation die an die Bremer Holocaustüberlebende Inge Katz erinnern soll. Inge Katz wurde 1924 geboren, war Jüdin und zurzeit der faschistischen Machtergreifung mit 8 Jahren selbst Schülerin an der Schule.

Nun würde sich das Schulzentrum Neustadt gerne nach Inge Katz benennen, darf das aus  Vorschriftsgründen bisher aber noch nicht, weil eine Richtlinie besagt, dass eine Schulumbenennung nach lebenden Personen nicht möglich sei. Nach Presseinformationen steht die zuständige Senatorin für Kinder und Bildung, Claudia Bogedan (SPD), dem Vorhaben der Schule grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Sie unterstützt das Ansinnen, um ein Zeichen gegen Ausgrenzung zu setzen.

„Bei uns sitzen alle Schüler in der ersten Reihe“, benennt Schulleiterin Judith Mahlmann das interne Leitbild der Schule. Dieses habe sich nach einer Lesung des Buches „Roses in a Forbidden Garden: A Holocaust Love Story“ entwickelt. Katz‘ Enkelin Elise Garibaldi beschreibt dort unter anderem, wie sich die heute 95-Jährige nach der Nazi-Machtergreifung Schikanen ausgesetzt sah. So durfte sie nur noch in der letzten Reihe im Klassenraum sitzen.*

Für die Umbenennung hat das Neustädter Schulzentrum die Rückendeckung der Schulkonferenz. Die Abstimmungen an der Schule ergaben: Die Lehrer*innen stimmen mit 75 Prozent und die Schüler*innen mit 73 Prozent für die Umbenennung.

Stolperstein für Dr. Abegg

Es ist klar, dass man aneckt, wenn man eine multikulturelle Schule wie unsere nach einer Jüdin benennen will. Aber genau das möchten wir. Der Name soll wie ein Stolperstein zum Nachdenken anregen und Diskussionen fördern“, sagte Schulleiterin J. Mahlmann.

Belastende Schulzeit

Inge Katz, die heute Inge Berger heißt, wuchs als Verfolgte in Bremen auf. 1942 wurde sie, weil sie Jüdin war, von den Nazis mit ihrer Familie ins KZ Theresienstadt abtransportiert, weil sie wie so viele andere nicht in das menschenverachtende Rasse-Ideal des Deutschen Reiches passten. Doch auch schon vorher hatte sie keine einfache Kinderzeit und ist nur mit Minderwertigkeitskomplexen aufgewachsen.

„Als SA-Männer in der Nacht des 9. November das Haus der Familie Katz stürmen, brennen sich die Bilder der Zerstörung in Inges Gedächtnis: die zerschnittenen Fotos, die zertrümmerte Standuhr ihres Großvaters, das zertretene Porzellan auf dem roten Teppich, das dem 14-jährigen Mädchen erscheint „wie Schnee im November“. **

Link zur VVN/BdA Bremen

Der Ausgangspunkt für dieses menschenverachtende Verhalten der braunen SA-Schergen waren die sogenannten Nürnberger Rassegesetze. Das war die juristische Grundlage der antisemitischen und rassistischen Ideologie der Hitlerfaschisten – die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung wurde damit nicht nur legal, sondern gar gesetzlich verordnet.

Im Konzentrationslager

Eines Tages trifft Inge im KZ auf Schmuel Berger, einen jungen Tschechen, der wie sie zu den Gefangenen zählt. Sie wehrt sich gegen die Verliebtheit, ein, wie ihr scheint, lächerlich banales Gefühl im Angesicht des Todes. Doch dann gibt sie nach, geht zögernd auf seine Avancen ein. Es beginnt eine vorsichtige, tastende Liebe zwischen Schichtende und Sperrstunde, die Inge daran erinnert, „wie schön es sein konnte, am Leben zu sein“. Als Schmuel Berger im Herbst 1944 erfährt, dass er nach Auschwitz gebracht werden soll, bricht Inge zusammen. Nur die Hoffnung darauf, ihn irgendwann wiederzusehen, lässt sie durchhalten. Zum Abschied überreicht er ihr eine weitere verbotene Blume: eine rote Rose.

Wie so viele andere Millionen Menschen wurde Familie Katz zuerst verfolgt, entrechtet, gedemütigt und im KZ physisch und psychisch misshandelt. Doch sie hatten Glück. Im Mai 1945 wird das KZ Theresienstadt befreit, ihre Eltern und sie kehren nach Bremen zurück. Inge kann Berger nicht vergessen und sucht ihn jahrelang. Schließlich finden sie einander und heiraten, 1955 emigrieren sie nach New York. Als Berger 2006 stirbt, sind sie fast 60 Jahre verheiratet.“ **

Die heute 95-Jährige ist eine der letzten Bremer Holocaustüberlebenden. Der Grund warum sie 1955 auswanderte, war, dass ihr unter der faschistischen Herrschaft die Heimatgefühle genommen wurden.

Wir Bremer Kommunisten*innen, von denen sehr viele ebenfalls unter dem Hitlerfaschismus gelitten und gekämpft haben, unterstützen vom ganzen Herzen das Vorhaben des Neustädter Schulzentrums ihre Schule in Inge Katz-Schule umzubenennen und wünschen viel Erfolg.

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

(Schwur der befreiten Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald)

Kathrin Alapas, Bremen


* Bremer Nachrichten 18.11.2019   |  ** Bremer Nachrichten 12.12.2018

Deutschlands Chronist

Deutschlands Chronist Franz Josef Degenhardt oder: Von der Verwerfung der Kleinbürgerlichkeit zur revolutionären Kunst

* 3. Dezember 1931 † 14. November 2011

Franz Josef Degenhardt (1931-2011) hat mit seinem Werk eine Chronik der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hinterlassen. Kein anderes lyrisches oder künstlerisches Werk ermöglicht so tiefe Einblicke in das Seelenleben der verschiedenen Epochen und Epochen(um)brüche zwischen den 1950er Jahren und den 2000er Jahren. Den Verstand und das Herz immer nah am Zeitgeist und mit einer Vision von einer besseren, menschlicheren Gesellschaft spiegeln und verdichten sich in Degenhardts 27 Alben mit rund 300 Liedern und seinen sieben Romanen Gesellschaft und Zeitgeschichte: der Staat, die Wirtschaft, die gesellschaftlichen Klassen, die politischen und kulturellen Milieus. Ingar Solty, der gerade die Arbeit an der politischen Biografie von Franz Josef Degenhardt beendet hat, wird die deutsche Geschichte im Lichte des Lebens und Werks von Degenhardt nacherzählen und mit Auszügen aus Liedern und Romanen hörbar, fühlbar, riechbar und schmeckbar machen. (MASCH Bremen)

 

AfD-Politikerin tobt wie das Rumpelstilzchen

Blumenthaler Fraktionen wählen rechtspopulistische AfD-Politikerin nicht – und die revanchiert sich

von Katrin Alapas, Bremen

Am Bahndamm, wo der Zug verkehrt
Der von Schilda nach Schlaraffia fährt
Wo Kinder ihre Höhlen bau’n
Weil sie sich nicht nach Hause trau’n
Wo der Rattenfänger von Hameln pfeift
Wo der Ziegenjunker der Scheren schleift
Wo der Wind durch tote Autos fegt
Wo der bucklige Oskar die Trommel schlägt
Da zünde ich am Abend dann
Mein Feuer an –
Ich tanze bis der Mond aufgeht
Und sing‘ dazu mein altes Lied:

Es ist gut, dass niemand weiß
Dass ich Rumpelstilzchen heiß!                                                                                                                                                             (Rumpelstilzchen, Franz-Josef Degenhardt)

Natascha Runge (AfD) hat unausgesprochene Erwartungen an die Fraktionen des Beirates Blumenthal, nämlich die, auf jeden Fall in die Ausschüsse gewählt zu werden. Das ist aber nicht ausdrücklich festgelegt und kein Automatismus, nicht umsonst werden die Ausschussmitglieder gewählt. Jede Fraktion kann entscheiden, wem sie ihre Stimme gibt.

Unglücklich wählen

Dumm für Runge, dass keine der vertretenen Parteien sie gewählt hat und in Zukunft auch nicht wählen will. Das reichte ihr, um in die Rolle des Rumpelstilzchen zu schlüpfen und demonstrierte damit, dass es ihr gar nicht um eine konstruktive Mitarbeit im Beirat geht – im Gegenteil. Sie kündigte den Gang vor das Verwaltungsgericht an, als ob das Verwaltungsgericht den Beiratsmitgliedern verordnen könne, Runge zu wählen. In Folge sabotierte sie alle nachfolgenden Tagesordnungspunkte der Beiratssitzung indem sie geheime Abstimmung beantragte, etwa über den Einsatz eines mobilen Feinstaubmessgerätes und anderen Tagesordnungspunkten, die sie inzwischen allesamt formal angefochten hat. Mit störenden bürokratischen Tricks wollte und will sie die Beiratsarbeit verlangsamen, stören und behindern, so Ortsamtsleiter Peter Nowak.

Es wundert nicht, dass das AfD-Mitglied Natascha Runge wie auch schon ihr Parteifreund Magnitz sich immer wieder gern und genüsslich in der Öffentlichkeit produzieren, in die Opferrolle schlüpfen und sich darin pudelwohl fühlen. In ihrer Rolle reagiert AfD-Natascha dann mit einem hysterischen Öffentlichkeitsverhalten – schockiert und erschüttert. Damit und auf diesem Weg kann Runge ihre persönliche Angst und Kränkung einem Täterbild zugeordnen.

Letztlich geht es Natascha Runge (und all den anderen faschistoiden AfD`lern) darum, mit dem Feuer zu spielen, denn es genügt ihr schon, dass sie die Etablierten in helle Aufregung versetzt, um damit Bewegung in die politische Landschaft zu bringen. Wohin es mit der AfD dabei geht, ist eine Politik, die den Menschen noch mehr Grund zum Ärgern geben wird als z.B. die jetzige Regierungspolitik. Eine Politik, die dem Volk, auf das sich die AfD so gern beruft, am Ende nicht mehr, sondern noch weniger Gerechtigkeit erfahren lässt.


Zweitens: Schon heute findet innerhalb rechtspopulistischer Gruppen ein Sozialisierungsprozess mit Radikalisierung und ideologischer Indoktrinierung statt. Innerhalb der Gruppen werden ein eigener Wortschatz und eigene Witze entwickelt, die das Ganze zeitweise eher weniger ernst erscheinen lassen. Letztendlich wird aber immer eine eindeutige Feindesgruppe definiert und eine extreme Ideologie propagiert.

Das ist auf der einen Seite in so fern sehr spannend, weil sich der Hass nicht nur gegen fremde Gruppen, sondern gegen sich selbst richtet, was sehr deutlich an den Spaltungen innerhalb der AfD in Bremen zu beobachten ist.

NAZIS RAUS (Pin 25mm)
Da erst konnte er begreifen …

Interessant ist auch der Aspekt, dass Frauen mit offenen Armen aufgenommen und damit in unserer sexualisierten Gesellschaft benutzt werden, denn die männerdominierte AfD legt viel Wert darauf, Frauen in den vordersten Rängen zu haben, weil das der Gruppe ein legitimeres und harmloseres Gesicht gibt, nach dem Motto: Es ist gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!

Bus und Bahn werden teurer

Die Stadt den Menschen und nicht dem Profit

Zur Schuldenbremse, siehe *)

Täglich ärgern wir uns mehr über Staus auf den Straßen, über mangelnden Parkraum und zunehmende Luftverschmutzung in unserer Stadt. Es ist das Ergebnis einer verfehlten Verkehrspolitik, die in den vergangenen Jahrzehnten betrieben wurde.

Mobilität gehört zu den wichtigsten Aspekten im städtischen Leben. Egal ob auf dem Weg zur Arbeit, zu Besorgungen, zu Familie oder Freund*innen oder in der Freizeit – Mobilität und Bewegungsmöglichkeiten prägen unseren Alltag. Gerade für eine Stadt wie Bremen, die sich auf zwei Seiten der Weser erstreckt ist die Gewährleistung von Mobilität eine grundsätzliche Lebensfrage. Verkehr bedeutet aber heutzutage vor allem Stress, Lärm und Feinstaubbelastung. Überhöhte Fahrpreise, überfüllte Busse in den Spitzenzeiten, zu lange Taktzeiten und eine oft mangelhafte Verbindung von Stadtteilen sind die Folge. Und auch das Fahrradfahren wird in Bremen im täglichen Verkehrsstress an sehr vielen Verkehrspunkten zu einem gefährlichen Abenteuer. Deshalb sind Fahrpreissenkungen eine geeignete Maßnahme, um einen ineffizienten Automobil-Individualverkehr zu überwinden.

Aus dieser Gemengelage heraus lehnen wir Kommunisten*innen die beschlossene Fahrpreiserhöhung von 1,6 Prozent ab. Ab dem 01.01.2020 soll eine Fahrt mit Bus und Bahn in Bremen 2,85 Euro kosten. Vor zehn Jahren kostete das Ticket 2,30 Euro. Auch wenn es zwei Verbesserungen in den unterschiedlichen Tarifangeboten gibt, rechtfertigt das die Preiserhöhung nicht, die von der BSAG mit Inflationsausgleich begründet wird.

Wir Bremer Kommunisten­*innen fordern vom Bremer Senat

  • Wir brauchen eine deutliche Verkehrswende.
  • Weniger Verkehr in der Innenstadt, darum zügiger Ausbau der geplanten autofreien Bremer Innenstadt
  • Weniger Autoverkehr bedeutet weniger schlechte Straßen. Das dann gesparte Geld kann somit in den Ausbau des ÖPNV investiert werden.
  • Anstatt die Fahrpreise zu erhöhen müssen sie verbilligt werden. Am besten ein kostenloser ÖPNV, wie er schon in anderen Städten angeboten wird.
  • Für den Ausbau des Angebots im öffentlichen Nahverkehr: Mehr Personal, bessere Anbindung der abgelegenen Stadtteile, Verkürzung der Taktzeiten, vor allem in den Abendstunden und an Wochenenden
  • Ausbau des Radwegenetzes mit geeigneten Fahrradstraßen, Fußwegen und Querungen über die Weser
  • Für die Rücknahme der Preiserhöhung und Erhöhung der Subventionierung durch den Bremer Senat, damit es tatsächlich zu der angestrebten Verkehrswende kommt.

Wir benötigen nicht noch mehr PKWs auf den Straßen, sondern mehr Raum und Sicherheit für Fußgänger, für Radfahrer und für einen ÖPNV, der preiswert, komfortabel und schnell den sicheren und umweltfreundlichen Transport der Menschen in unserer Stadt sicherstellt.

DESHALB, JA ZUM AUSBAU DES ÖPNV UND ZU FAHRPREISSENKUNGEN!


*) Schuldenbremse: Zur Landeshaushaltsordnung NRW erklärt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW: „Die Vorstellung, dass Schulden per se etwas Schlechtes sind, ist falsch.“ Vielmehr sollte die Landesregierung gerade in Zeiten von niedrigsten Zinsen darauf bedacht sein, ihren Gestaltungsspielraum zu erhalten und die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen zu erweitern. Wir benötigen mehr Investitionen und weniger Sparappelle.

Entwicklungen, die jüngst die Stellung Evo Morales schwächten, wurden auch durch ein deutsches Unternehmen verstärkt.

15.11.2019: Zweiter Bericht widerlegt Behauptung der OAS über Wahlen in Bolivien

Berlin und der Putsch

Evo Morales. Screenshot: TeleSur(german-foreign-policyBericht) – Die Bundesregierung und ein führender Politiker der Opposition billigen den Putsch in Bolivien. Der von der Armeeführung erzwungene Rücktritt des gewählten Präsidenten Evo Morales sei ein „wichtiger Schritt hin zu einer friedlichen Lösung“, behauptet ein Berliner Regierungssprecher. Der außenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag urteilt, die Militärs hätten„die richtige Entscheidung getroffen“. Morales hatte, um Blutvergießen zu vermeiden, nach einer Meuterei der Polizei und einer ultimativen Drohung des Armeechefs sein Amt aufgegeben.

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Zum Thema ein Artikel aus der Granma: Der Putsch in Bolivien: Fünf Lektionen

Grundrente: Positiv ist, dass auch von Altersarmut bedrohte Frauen davon profitieren

Grundrente: Wichtiger Schritt für mehr Fairness im Rentensystem

Der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, hat die Lösung des Konflikts um die Grundrente als „einen wichtigen Schritt der Koalition zur Anerkennung der Lebensleistung vieler tausend Menschen und für mehr Fairness im Rentensystem“ gewürdigt. „Wer jahrzehntelang mit niedrigem Einkommen hart gearbeitet hat, kann nun eine Rente bekommen, die oberhalb der Grundsicherung liegt. Allerdings hätten es hätten mehr als die jetzt absehbaren 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen richtigerweise verdient, von der Grundrente zu profitieren“, erklärte Werneke.

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Gesundheit ist Menschenrecht

Von Katrin Alapas, Bremen

Maßgeblich für eine Gesellschaft ist, wie sie mit ihren Bürgern_innen umgeht. Gibt es für sie das Menschenrecht auf Schutz der Gesundheit und der Arbeitskraft, um den Lebensunterhalt selbständig zu gestalten? Gibt es die Grundlage eines sozialen Versicherungssystems von dem alle Bürger_innen gleichermaßen profitieren können?  Gibt es das Menschenrecht auf ausreichende Fürsorge im Alter und bei Arbeitsunfähigkeit

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Gesundheit als Ware? Das ist doch krank (IV)

Krankheit als Geschäft, Teil 7

Von Altnazis zu Klinikkonzernen: Was das Ende der DDR im Gesundheitswesen bedeutete

Von Richard Corell und Stephan Müller

Bis zum Sieg der Konterrevolution in der Sowjetunion und der DDR um 1990 hatte die BRD ein extrem rückständiges Gesundheitssystem. Reaktionäre Ärztefunktionäre und Kirchenfürsten besetzten die Schlüsselstellungen. Die niedergelassene Ärzteschaft betrachtete sich als Kleinunternehmer, die Regierung schützte diese Kleinunternehmer davor, sich in ambulanten Zentren zusammenschließen zu müssen. Solche Zentren hatten sich in vielen Ländern bewährt, auch in der DDR. Aus Sicht reaktionärer Gesundheitspolitiker waren solche Praxiszentren oder Polikliniken damit kommunistisches Teufelswerk. Die Ärztefunktionäre waren schon durch ihre früheren Nazi-Karrieren als Antikommunisten bewährt. Hans Joachim Sewering zum Beispiel, der bis…

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Lesen Sie HIER die Teile 1-6

Internationale Solidarität mit Kuba gegen US-Sanktionen

Foto: H. Drews

Protest in Bremen

In Bremen versammelten sich aus Protest dagegen an die hundert Menschen vor dem Dom. Eine Demonstrantin hatte die Aufschrift auf ihrem Rücken: „Sanktionen sind Massenmord“. In Venezuela, das gleichzeitig mit Sanktionen geknebelt wird, sind bereits 40 000 Menschen durch US-Sanktionen umgekommen.

Lersen Sie HIER einen Bericht vom Bremer Friedensforum

In Erwägung, dass da Häuser stehen …

DKP-Veranstaltung zur Wohnungsfrage

Im Land Bremen wir­ken sich die Fol­gen der Zer­schla­gung des so­zia­len Woh­nungs­baus der letzten zwei Jahrzehnte in be­son­de­rem Maße aus. Ent­spre­chend höher ist der An­teil an Miet­woh­nun­gen, die im Zuge der ver­schärf­ten Pri­va­ti­sie­rung des Woh­nungs­mark­tes in den letz­ten 20 Jah­ren zu­neh­mend zum Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt ge­wor­den sind.  Knapp die Hälfte der Haushalte zahlt eine Miete von mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens, ein Viertel sogar über 40 Prozent.

Lesen Sie HIER das ganze Flugblatt zur Veranstaltung

am 08. Dezember 2019 | 15:00 bis 18:00 Uhr in der DRK-Begegnungsstätte Haferkamp 8 in Bremen Walle

Mit Politik | Kultur | Klönsnack bei Kaffee und Kuchen mit einem Unkostenbeitrag von 3,00 Euro.

Literatur: Angst und Macht von Rainer Mausfeld

„Angst“ – nutzbarer Rohstoff für angepasstes Denken und Handeln

Buch Angst und Macht
Mit freundlicher Genehmigung des Westend Verlages

Es vergeht kaum ein Tag, an dem uns nicht Daten einer aktuellen Statistik erreichen, die uns auf die Verschärfung der sozialen Gegensätze in der neoliberalen Gesellschaft aufmerksam machen. Ökonomen, Soziologen, Politikwissenschaftler, Psychologen stellen Thesen auf und versuchen, diesen offensichtlich unumkehrbaren Trend zu erklären und zu begründen, weshalb von den Leidtragenden so wenig Gegenwehr erfolgt. Wie sind die Prozesse organisiert, mit deren Hilfe die bestehenden Machtverhältnisse Legitimation erhalten?

Einer, der dieser Frage auf den Grund zu gehen versucht, ist der Kieler Wahrnehmungs- und Kognitionsforscher Rainer Mausfeld. Er stellt in seiner jüngsten Veröffentlichung die Kategorie „Angst“ als zentralen Begriff für die Ausübung von Herrschaft in „kapitalistischen Demokratien“ ins Zentrum seiner Überlegungen.

Lesen Sie hier weiter > Rainer Mausfeld – Angst und Macht

„Existenzminimum darf überhaupt nicht sanktioniert werden“

ver.di-Vorsitzender nimmt Stellung zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts:

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zu den Sanktionen im Sozialgesetzbuch II (SGB II) und fordert vom Gesetzgeber, …

weiterlesen

Lesen Sie auch dazu > Nur 30 Prozent, Werner Sarbok (DKP) über Recht, Unrecht und Hartz-IV-Sanktionen

Sanktionen töten!

Sanktionen töten! NEIN zur völkerrechtswidrigen Blockade der USA gegen Cuba, Venezuela und andere Länder.

Samstag, 9. November 2019, 12.45 Uhr Kundgebung „Sanktionen töten“ vor dem Bremer Dom

Download Flyer

Am 6. und 7. November 2019 behandelt die UN-Vollversammlung in New York ein weiteres Mal den Antrag Kubas, die von den USA seit fast 60 Jahren gegen die Insel verhängte Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade zu verurteilen. Im vergangenen Jahren votierten 189 Staaten für die Eingabe, nur zwei – die USA selbst und Israel – bekundeten ihre Unterstützung für den Wirtschaftskrieg. Die Mitgliedsstaaten der EU, einschließlich BRD und Österreich, sowie die Schweiz votierten gegen die Blockade und verurteilten insbesondere deren exterritoriale Ausdehnung, die auch europäische Unternehmen und Institutionen trifft.

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Das Kürzungsprogramm für Jüngere

Rente mit 70

von Anne Rieger  |  UZ – Ausgabe vom 1. November 2019

Anne Rieger

Unter dem Stichwort Generationengerechtigkeit bläst die Bundesbank erneut zum Angriff auf die gesetzliche Rente und plädiert für ein gesetzliches Renteneintrittsalter von 70 Jahren. Im Auftrag der Profiteure von Banken, Unternehmen und Versicherungen hat sie es auf das Geld der Noch-Nicht-Rentner abgesehen. Mit der Meldung, dass es „immer weniger Beitragszahlende und immer mehr Rentnerinnen und Rentner“ gebe, versucht sie, Panik zu schüren. Die gesetzliche Rente sei nur mit längerer Lebensarbeitszeit zu retten. So sollen Noch-Nicht-Rentner in eine private Versicherung gehetzt und gleichzeitig die Lohnkosten der Arbeitgeber geschont, vielleicht sogar gesenkt werden.

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Bosch-Vorstand vernichtet Arbeitsplätze

Arbeiterinteressen und Profitinteressen sind grundsätzlich nicht vereinbar

 

 

 

 

 

 

 

Der Vorstand des Autozulieferer Bosch will  das Werk in Bremen schließen. Hier produzieren die Kolleginnen und Kollegen Lenksäulen. Übrigbleiben soll lediglich die Entwicklungsabteilung mit 30 Arbeiter_innen. Das Bremer Werk wird aus profitwirtschaftlichen Gründen dicht gemacht. Der Bremer Geschäftsführer Delhey erklärte in den Bremer Nachrichten vom 25.10.2019, dass nicht mehr zu wettbewerbsfähigen Preisen produziert werden kann. Die Produktion wird deshalb nach Eger in Ungarn verlagert um z.B. Lohnkosten plus Lohnnebenkosten etc. zu sparen.  Der zuständige IGM-Sekretär Volker Stahmann sprach in den BN von einer Katastrophe für den Bremer Standort von Bosch, ihm zu folge sind die elektrischen Lenksäulen die Zukunftstechnologie.

Wir Kommunisten meinen, es sei  unverständlich, dass die Produktion im Bremer Bosch-Werk eingestellt wird. Bosch macht weltweit saftige Umsätze und Profite um andere Bereiche, die mal nicht den Profit vermehren locker stützen zu können. Wir wissen aber auch, dass unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen die Entwicklung der Produktivkräfte und die Globalisierung allein der Kapitalverwertung dienen. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt wird missbraucht, um immer größere Profite für die Eigentümer der Produktionsmittel zu erzielen.

Weitere Stellen sollen deutschlandweit in der Antriebssparte abgebaut werden. In den Werken in  Stuttgart-Feuerbach und Schwieberdingen will die Geschäftsführung in den nächsten beiden Jahren jeweils 800 Stellen von insgesamt 9600 abbauen. Weltweit sind rund 410.000 Kolleginnen und Kollegen bei Bosch beschäftigt. Der Konzern rechnet 2019 mit einem weltweiten Rückgang der Automobilproduktion von sechs Prozent. Die Belegschaften müssen sich auf einen Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf ihrem Rücken einstellen, denn Arbeiterinteressen und Profitinteressen sind grundsätzlich nicht vereinbar.

Der Che meinte mal dazu, dass es nicht reiche, die gesellschaftlichen Probleme zu benennen, es  müssen auch die ökonomischen Ursachen behoben werden.