Literatur: Werner Seppmann – Ein Gespenst geht um in Europa

Rechte Mobilisierung zwischen Populismus und Neofaschismus.

Linke Alternativen.

304 Seiten
Erscheinungsdatum: 15. September 2018
Preis: 20,00 €

Mangroven-Verlag

Linke Erwartungen, dass die nun schon seit 2 Jahrzehnten währenden Krisentendenzen sich politisch niederschlagen würden, sind, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung, eingetreten. Enttäuscht wurden jedoch die Hoffnungen, dass solche Reaktionen eine progressive Grundtendenz aufweisen würden. Denn die „Protestwähler“ sammeln sich hinter der Fahne einer angeblichen „Alternative für Deutschland“ (AfD). Viele Menschen bis in die „Mitte“ hinein sind sozial verunsichert oder fühlen sich zurecht „abgehängt“ und die rechtspopulistischen Kräfte haben es verstanden, den Eindruck zu erwecken, ein „offenes Ohr“ für die verbreiteten Sorgen und Ängste zu haben. Nicht weil praktikable Antworten auf die sozialen Probleme gegeben werden, sondern weil auf Grundlage an Boden gewinnender Irrationalismen identitätsstiftende Orientierungsschablonen vermittelt werden … weiterlesen

Nichts im Sinn mit Sozialem

Auszug aus dem Bremer Antifaschist (BAF) 10./11.2018

(mit freundlicher Genehmigung der BAF-Redaktion)

Gut besucht mit 70 Interessierten war eine Veranstaltung des Waller Bündnisses „AfD nirgendwo“ am 28. August im Kultur- und Jugendzentrum Walle. Andreas Speit referierte sehr anschaulich zum Treiben der Blaubraunen in den Parlamenten. Sehr deutlich wurde in seinem Vortrag, dass sie an parlamentarischer Arbeit völlig uninteressiert sind, dafür die Gelder für den Aufbau eines Mitarbeiterstamms und die Parlamente als Tribüne für ihre rechtspopulistischen Ausfälle nutzen. Finanziert werden sie von mittelständischen Interessenten, deren Gewinne allerdings in Millionenhöhe zu veranschlagen sind. … Die beiden weiblichen Gallionsfiguren Weidel und Storch vereint der biologische Lebensschutz und das deutsche Reinheitsgebot. Gauland und Höcke sind nicht weit voneinander entfernt und Meuthen gibt sich auch nur an der Oberfläche moderat. Immer deutlicher wird ein neoliberales und isolationistisches Konzept, das unser Land von Eliten regiert wissen will, … Der Wahrheitsgehalt ihrer Nachrichten gleicht Spurenelementen. Pegida entwickelt sich mehr und mehr zur Massenorganisation der AfD. Die Vorstellung mancher Konservativer, die AfD wirksam rechts überholen, ihren Einfluss kappen zu können, beschleunigt nur ihren Aufstieg. … Auszug BAF 10./11.2018

Anmerkung: In der Bremer DKP-Wahlzeitung zur Bundestagswahl 2017 schrieben die Bremer Kommunisten_Innen:

Die Wahlerfolge der sogenannten Alternative für Deutschland sind besorgniserregend. Mit ihrer Demagogie versuchen sie die Menschen in diesem Land gegeneinander auszuspielen. Nach ihrer Auffassung sind es die vor Krieg und Elend geflüchteten Menschen, die schuld daran sind, dass es zu wenig Arbeit oder zu wenig Wohnraum gibt.

Beschäftigt man sich genauer mit den programmatischen Aussagen der AfD, stellt man schnell fest, dass sie mitnichten die Interessen „des kleinen Mannes“ vertreten, wie sie es behaupten: Sie sind gegen eine Vermögenssteuer und gegen wirksame Regularien beim Mindestlohn. Sie halten die Sozialversicherungssysteme und deren paritätische Finanzierung durch Beschäftigte und Unternehmer für unsinnig und wollen, dass allein die Beschäftigten für ihre Rente im Alter sorgen.

Sie halten die Zusammenarbeit zwischenGewerkschaften und betrieblichen Interessenvertretungen für schädlich, weil die Unternehmer dann nicht mehr schalten und walten können, wie sie wollen. Und nicht zuletzt bekennen sie sich zur Kriegspolitik der Bundesregierung samt ihrer Folgen –der Flucht von Millionen Menschen.

Wir müssen die soziale Demagogie der Rechten und Neofaschisten entlarven. Sie stehen auf der anderen Seite der Barrikade.

Als Kommunisten_Innen – als DKP,  treten wir denen entgegen, die mit berechtigten Sorgen und Zukunftsängsten spielen.

 

Zu den Ereignissen in Chemnitz

Erklärung von Hans Bauer, Vorsitzender der GRH e.V. und Vizepräsident des OKV e.V., und Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP zu den Ereignissen in Chemnitz und der Bedeutung für den antifaschistischen Kampf

Wir erleben in diesen Wochen, dass tausende Menschen aus moralischer Empörung auf die Straße gehen. Menschen gingen in Chemnitz auf die Straße, um dem jungen Mann Daniel H. zu gedenken, der vermutlich durch Geflüchtete getötet wurde. Menschen gingen wiederum auf die Straße, um gegen Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus zu demonstrieren, der bei den Gedenkveranstaltungen zum Ausdruck kam – sei es durch Transparente und Parolen oder Übergriffe auf vermeintliche Migranten oder Geflüchtete.

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