Der Giftgastod im belgischen Flandern

Wo einige der furchtbarsten Schlachten des Ersten Weltkriegs stattfanden, sind auch hundert Jahre später die längst vergangenen Kriegsspuren noch immer allgegenwärtig. Im Milieu der Stadt Ypern, wo der Kriegsverletzte Erich Maria Remarque Erfahrungen für sein Drehbuch »Im Westen nichts Neues« sammelte und wo heute eine unheimliche Dichte an Kriegsgräbern besteht, erlebte im Frühjahr 1915 auch den ersten militärisch größeren Gasangriff des Ersten Weltkrieges.

Kriegsverbrecher Fritz Haber

Am 22. April lösten »Gas-Pioniere« des Kaiserreichs gegen 18 Uhr den weltweit ersten Einsatz von Chemiewaffen aus: 160 Tonnen Chlorgas, abgeblasen aus 6000 Stahlflaschen. Der Angriff dauerte nur Minuten, kostete aber mindestens 1200 vorwiegend französischen Soldaten das Leben und verätzte weiteren rund 15 000 Männern Augen und Atemwege. Waffentauglich gemacht worden war das Chlorgas von Fritz Haber. Der Nobelpreisträger für Chemie (1918) hatte die Premiere an vorderster Front überwacht und wurde Tage darauf in Berlin – unter Tränen des Glücks – zum Hauptmann befördert – und vom westdeutschen Bundespostministerium am 30.09.1957 sogar noch einmal mit einer Briefmarke gewürdigt.

Der deutsche Soldat bei seinem Tagwerk

Erinnerungen an deutsches Giftgas lassen sich in Belgien auch an einem anderen Ort nicht verdrängen. In der Nordsee, nicht weit von Ypern, versenkte das Deutsche Heer in der Nähe vom Hafen Seebrügge 1919 ungefähr 35.000 Tonnen Giftgas-granaten im Meer. Dort lagern sie bis heute. Die Sandbank von Paardenmarkt, wo das Giftgas nur fünf bis zehn Meter unter der Wasseroberfläche trügerisch ruht, ist zwar für Fischerei und jegliches Ankern verboten, doch Sicherheitsgewissheit will sich bis heute nicht einstellen.  Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!  nd/ka

§ 219a

Im Juni 1995 verabschiedete der Deutsche Bundestag ein für die Bundesrepublik neues Abtreibungsrecht. Schwangerschaftsabbruch in den ersten 12 Wochen ist, wenn die Frau eine vorgeschriebene Beratung absolviert hat, straffrei, wenn auch nicht rechtens. Die Beratung soll – so die damalige Ministerin Claudia Nolte – ergebnisoffen, aber nicht zieloffen sein. Das alles war für viele Frauen (und Männer) in Westdeutschland eine gute Botschaft, weil eine Verbesserung, eine Modernisierung gegenüber der Vergangenheit. Für die Ostdeutschen Frauen nicht.

In der DDR  gab es bereits seit dem 14. Dezember 1971 eine gesetzliche Regelung, wonach bis zum Ablauf von 3 Monaten jede Frau selbst entscheiden konnte, ob sie ihre Schwangerschaft unterbrechen möchte, ohne dass irgendjemand sie zielorientiert beriet.

Heute findet in Deutschland eine Debatte um den § 219a statt, der die Werbung für den Schwangerschaftsabbruch verbietet. Darunter fällt auch, dass Gynäkologinnen und Gynäkologen diese ärztliche Leistung nicht einmal auf ihrer Webseite oder in Broschüren über ihre Praxis erwähnen dürfen.

In Deutschland werden immer weniger Schwangerschaftsabbrüche in Praxen und Krankenhäusern durchgeführt. Nicht nur in Bremen /  Bremer-haven machen sich die Folgen bemerkbar.Pro Familia befürchtet, dass sich in wenigen Jahren die Situation katastrophal zuspitzen werde, wenn Politik nicht reagiert.

Wie schlimm die Situation schon ist, zeigte sich in Bremen, wo man sich zu einem politischen Plazebo hinreißen ließ, indem man eine Ärztieliste herausgebrachte. Kleiner Schönheitsfehler: Kein einziger niedergelassener Arzt in Bremen steht auf dieser Liste. Weil eben nicht sicher ist, ob ein Verfahren droht. rb

  • Wir fragen: Will das politisch verantwortliche Personal überhaupt in Sinne der Frauen reagieren?
  • Bewegen wir uns nicht vielmehr mit dem jetzigen politischen Personal auf eine  sozialreaktionäre Gesellschaft zu, die alle erkämpften sozialen Fortschritte Schritt für Schritt mit scheinheiligen Argumenten beseitigt oder  beseitigen will? Ein AfD-Abgeordneter, der stellvertretend für viele Abgeordnete des Bundestages sprach, brachte mit seinen abwertenden Altmännergeschwätz die Bevormundung der Frauen auf den Punkt, in dem er zur Debatte um den § 219a sagte: *Das ungeborene Leben müsse „gegen Mütter geschützt werden“.
  • Die DKP hält es  im Gegensatz dazu mit Fidel Castros Meinung: „Die Frau ist eine Revolution innerhalb der Revolution. Sie muss ihren schöpferischen Geist, ihren Enthusiasmus  organisieren und  aktivieren, damit auch das letzte Überbleibsel der Diskriminierung der Frau verschwinde und sie wegen ihrer Tugenden und Verdienste den Platz in der Geschichte einnimmt, der ihr gebührt.“  Worte, die altmännerschwätzende Typen, wie wir sie kennen, schwerlich verstehen können.

Jane Zahn: Deine eigene Frau

  • Wirst als Mädchen du gebor´n,
    hast du schon das Spiel verlor´n:
    Artig musst du sein und niedlich,
    spielst mit Püppchen, appetitlich,
    was zwischen den Beinen ist,
    das berührst du besser nicht!
  • Mädchen weinen immer gleich,
    wehr´n sich nie, sind brav und weich,
    tragen unbefleckte Kleidchen,
    lernen nie, sich zu verteid´gen …
  • Lesen Sie hier unter > Lyrik Jane Zahn: Deine eigene Frau weiter

Im Folgenden verweisen wir auf zwei vertiefende Artikel:

Schwangerschaftsabbruch in der BRD und der DDRIn anderen Umständen – seit 20 Jahren  und  Zur Debatte um den § 219a

DKP zur aktuellen Krankenhausgesetzgebung

„Das Pflegepersonalstärkungsgesetz und die Untergrenzen von Spahn sind ein Angriff auf die Pflegenden und die Patienten“

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) unterstützt den Aktionstag „Soll ist voll “ am 23. Oktober der Gewerkschaft ver.di, bei dem Beschäftigte in den Krankenhäusern bundesweit darauf hinweisen, dass in den Krankenhäusern zwischen dem 23. Oktober und dem 31. Dezember nur deshalb die Versorgung der Patienten sichergestellt ist, weil Pflegekräfte Überstunden machen, über ihre Grenzen gehen und ihre eigene Gesundheit ruinieren.

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Video: Rolf Becker ließt: Das Kommunistische Manifest auf dem 20. UZ-Pressefest der DKP

50.000 Menschen demonstrieren gegen Rodungen im Hambacher Forst

Hambacher Wald 2018 10 06 350.000 Menschen kamen am Samstag (6.10.) zum Hambacher Wald. Ein starkes Signal für den Ausstieg aus dem Klimakiller Nr.1, der Braunkohle. Noch nie haben so viele Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Sektoren und politischen Parteien für den Kohleausstieg demonstriert.

Die Verteidigung des Hambacher Waldes wurde zum Symbol des Widerstandes gegen den Klimawandel und zum Kristallisationspunkt ökologischer Proteste gegen die vom kapitalistischen Profitprinzip getriebene Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen.

„Der heutige Protest ist eine klare Absage an die Braunkohle und darüber hinaus auch an ein auf Profitmaximierung ausgelegtes Gesellschaftssystem“, meinte am Samstag eine Klimaaktivistin.

Noch am Freitag musste das Demo-Bündnis die Genehmigung für die Kundgebung mit einem Eilantrag gerichtlich einklagen.

Die Demonstration verlief wie die überwiegende Mehrheit der Proteste rund um den Hambacher Wald friedlich, viele Familien mit Kindern waren gekommen. Bekannte Künstler unterstützten die Großdemonstration.

Samstag in den Hambacher Wald!

In allen Wipfeln ein Hauch

Hambacher Wald PolizeiEin alter Wald, ein altes Märchen: Die Konzernsprecher von RWE erzählen die immer neue Geschichte von der Energieversorgung und den Arbeitsplätzen, die nur gesichert werden können, wenn die Bagger den Hambacher Forst in eine Mondlandschaft verwandeln. Die Social-Media-Teams der Polizei deklamieren das Märchen vom Rechtsstaat, in dem gepanzerte Schlägertrupps die Freiheit gegen Umweltaktivisten in Baumhäusern verteidigen. Die Regierung weiß märchenhaftes von Kohlekommissionen und Klimaschutz im Kompromiss mit Konzernen zu berichten.

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