AfD-Politikerin tobt wie das Rumpelstilzchen

Blumenthaler Fraktionen wählen rechtspopulistische AfD-Politikerin nicht – und die revanchiert sich

von Katrin Alapas, Bremen

Am Bahndamm, wo der Zug verkehrt
Der von Schilda nach Schlaraffia fährt
Wo Kinder ihre Höhlen bau’n
Weil sie sich nicht nach Hause trau’n
Wo der Rattenfänger von Hameln pfeift
Wo der Ziegenjunker der Scheren schleift
Wo der Wind durch tote Autos fegt
Wo der bucklige Oskar die Trommel schlägt
Da zünde ich am Abend dann
Mein Feuer an –
Ich tanze bis der Mond aufgeht
Und sing‘ dazu mein altes Lied:

Es ist gut, dass niemand weiß
Dass ich Rumpelstilzchen heiß!                                                                                                                                                             (Rumpelstilzchen, Franz-Josef Degenhardt)

Natascha Runge (AfD) hat unausgesprochene Erwartungen an die Fraktionen des Beirates Blumenthal, nämlich die, auf jeden Fall in die Ausschüsse gewählt zu werden. Das ist aber nicht ausdrücklich festgelegt und kein Automatismus, nicht umsonst werden die Ausschussmitglieder gewählt. Jede Fraktion kann entscheiden, wem sie ihre Stimme gibt.

Unglücklich wählen

Dumm für Runge, dass keine der vertretenen Parteien sie gewählt hat und in Zukunft auch nicht wählen will. Das reichte ihr, um in die Rolle des Rumpelstilzchen zu schlüpfen und demonstrierte damit, dass es ihr gar nicht um eine konstruktive Mitarbeit im Beirat geht – im Gegenteil. Sie kündigte den Gang vor das Verwaltungsgericht an, als ob das Verwaltungsgericht den Beiratsmitgliedern verordnen könne, Runge zu wählen. In Folge sabotierte sie alle nachfolgenden Tagesordnungspunkte der Beiratssitzung indem sie geheime Abstimmung beantragte, etwa über den Einsatz eines mobilen Feinstaubmessgerätes und anderen Tagesordnungspunkten, die sie inzwischen allesamt formal angefochten hat. Mit störenden bürokratischen Tricks wollte und will sie die Beiratsarbeit verlangsamen, stören und behindern, so Ortsamtsleiter Peter Nowak.

Es wundert nicht, dass das AfD-Mitglied Natascha Runge wie auch schon ihr Parteifreund Magnitz sich immer wieder gern und genüsslich in der Öffentlichkeit produzieren, in die Opferrolle schlüpfen und sich darin pudelwohl fühlen. In ihrer Rolle reagiert AfD-Natascha dann mit einem hysterischen Öffentlichkeitsverhalten – schockiert und erschüttert. Damit und auf diesem Weg kann Runge ihre persönliche Angst und Kränkung einem Täterbild zugeordnen.

Letztlich geht es Natascha Runge (und all den anderen faschistoiden AfD`lern) darum, mit dem Feuer zu spielen, denn es genügt ihr schon, dass sie die Etablierten in helle Aufregung versetzt, um damit Bewegung in die politische Landschaft zu bringen. Wohin es mit der AfD dabei geht, ist eine Politik, die den Menschen noch mehr Grund zum Ärgern geben wird als z.B. die jetzige Regierungspolitik. Eine Politik, die dem Volk, auf das sich die AfD so gern beruft, am Ende nicht mehr, sondern noch weniger Gerechtigkeit erfahren lässt.


Zweitens: Schon heute findet innerhalb rechtspopulistischer Gruppen ein Sozialisierungsprozess mit Radikalisierung und ideologischer Indoktrinierung statt. Innerhalb der Gruppen werden ein eigener Wortschatz und eigene Witze entwickelt, die das Ganze zeitweise eher weniger ernst erscheinen lassen. Letztendlich wird aber immer eine eindeutige Feindesgruppe definiert und eine extreme Ideologie propagiert.

Das ist auf der einen Seite in so fern sehr spannend, weil sich der Hass nicht nur gegen fremde Gruppen, sondern gegen sich selbst richtet, was sehr deutlich an den Spaltungen innerhalb der AfD in Bremen zu beobachten ist.

NAZIS RAUS (Pin 25mm)
Da erst konnte er begreifen …

Interessant ist auch der Aspekt, dass Frauen mit offenen Armen aufgenommen und damit in unserer sexualisierten Gesellschaft benutzt werden, denn die männerdominierte AfD legt viel Wert darauf, Frauen in den vordersten Rängen zu haben, weil das der Gruppe ein legitimeres und harmloseres Gesicht gibt, nach dem Motto: Es ist gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!