Ein Name der wie ein Stolperstein wirkt

Das Neustädter Schulzentrum an der Delmestr. beabsichtigt im Schulgebäude C eine Installation die an die Bremer Holocaustüberlebende Inge Katz erinnern soll. Inge Katz wurde 1924 geboren, war Jüdin und zurzeit der faschistischen Machtergreifung mit 8 Jahren selbst Schülerin an der Schule.

Nun würde sich das Schulzentrum Neustadt gerne nach Inge Katz benennen, darf das aus  Vorschriftsgründen bisher aber noch nicht, weil eine Richtlinie besagt, dass eine Schulumbenennung nach lebenden Personen nicht möglich sei. Nach Presseinformationen steht die zuständige Senatorin für Kinder und Bildung, Claudia Bogedan (SPD), dem Vorhaben der Schule grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Sie unterstützt das Ansinnen, um ein Zeichen gegen Ausgrenzung zu setzen.

„Bei uns sitzen alle Schüler in der ersten Reihe“, benennt Schulleiterin Judith Mahlmann das interne Leitbild der Schule. Dieses habe sich nach einer Lesung des Buches „Roses in a Forbidden Garden: A Holocaust Love Story“ entwickelt. Katz‘ Enkelin Elise Garibaldi beschreibt dort unter anderem, wie sich die heute 95-Jährige nach der Nazi-Machtergreifung Schikanen ausgesetzt sah. So durfte sie nur noch in der letzten Reihe im Klassenraum sitzen.*

Für die Umbenennung hat das Neustädter Schulzentrum die Rückendeckung der Schulkonferenz. Die Abstimmungen an der Schule ergaben: Die Lehrer*innen stimmen mit 75 Prozent und die Schüler*innen mit 73 Prozent für die Umbenennung.

Stolperstein für Dr. Abegg

Es ist klar, dass man aneckt, wenn man eine multikulturelle Schule wie unsere nach einer Jüdin benennen will. Aber genau das möchten wir. Der Name soll wie ein Stolperstein zum Nachdenken anregen und Diskussionen fördern“, sagte Schulleiterin J. Mahlmann.

Belastende Schulzeit

Inge Katz, die heute Inge Berger heißt, wuchs als Verfolgte in Bremen auf. 1942 wurde sie, weil sie Jüdin war, von den Nazis mit ihrer Familie ins KZ Theresienstadt abtransportiert, weil sie wie so viele andere nicht in das menschenverachtende Rasse-Ideal des Deutschen Reiches passten. Doch auch schon vorher hatte sie keine einfache Kinderzeit und ist nur mit Minderwertigkeitskomplexen aufgewachsen.

„Als SA-Männer in der Nacht des 9. November das Haus der Familie Katz stürmen, brennen sich die Bilder der Zerstörung in Inges Gedächtnis: die zerschnittenen Fotos, die zertrümmerte Standuhr ihres Großvaters, das zertretene Porzellan auf dem roten Teppich, das dem 14-jährigen Mädchen erscheint „wie Schnee im November“. **

Link zur VVN/BdA Bremen

Der Ausgangspunkt für dieses menschenverachtende Verhalten der braunen SA-Schergen waren die sogenannten Nürnberger Rassegesetze. Das war die juristische Grundlage der antisemitischen und rassistischen Ideologie der Hitlerfaschisten – die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung wurde damit nicht nur legal, sondern gar gesetzlich verordnet.

Im Konzentrationslager

Eines Tages trifft Inge im KZ auf Schmuel Berger, einen jungen Tschechen, der wie sie zu den Gefangenen zählt. Sie wehrt sich gegen die Verliebtheit, ein, wie ihr scheint, lächerlich banales Gefühl im Angesicht des Todes. Doch dann gibt sie nach, geht zögernd auf seine Avancen ein. Es beginnt eine vorsichtige, tastende Liebe zwischen Schichtende und Sperrstunde, die Inge daran erinnert, „wie schön es sein konnte, am Leben zu sein“. Als Schmuel Berger im Herbst 1944 erfährt, dass er nach Auschwitz gebracht werden soll, bricht Inge zusammen. Nur die Hoffnung darauf, ihn irgendwann wiederzusehen, lässt sie durchhalten. Zum Abschied überreicht er ihr eine weitere verbotene Blume: eine rote Rose.

Wie so viele andere Millionen Menschen wurde Familie Katz zuerst verfolgt, entrechtet, gedemütigt und im KZ physisch und psychisch misshandelt. Doch sie hatten Glück. Im Mai 1945 wird das KZ Theresienstadt befreit, ihre Eltern und sie kehren nach Bremen zurück. Inge kann Berger nicht vergessen und sucht ihn jahrelang. Schließlich finden sie einander und heiraten, 1955 emigrieren sie nach New York. Als Berger 2006 stirbt, sind sie fast 60 Jahre verheiratet.“ **

Die heute 95-Jährige ist eine der letzten Bremer Holocaustüberlebenden. Der Grund warum sie 1955 auswanderte, war, dass ihr unter der faschistischen Herrschaft die Heimatgefühle genommen wurden.

Wir Bremer Kommunisten*innen, von denen sehr viele ebenfalls unter dem Hitlerfaschismus gelitten und gekämpft haben, unterstützen vom ganzen Herzen das Vorhaben des Neustädter Schulzentrums ihre Schule in Inge Katz-Schule umzubenennen und wünschen viel Erfolg.

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

(Schwur der befreiten Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald)

Kathrin Alapas, Bremen


* Bremer Nachrichten 18.11.2019   |  ** Bremer Nachrichten 12.12.2018

AfD-Politikerin tobt wie das Rumpelstilzchen

Blumenthaler Fraktionen wählen rechtspopulistische AfD-Politikerin nicht – und die revanchiert sich

von Katrin Alapas, Bremen

Am Bahndamm, wo der Zug verkehrt
Der von Schilda nach Schlaraffia fährt
Wo Kinder ihre Höhlen bau’n
Weil sie sich nicht nach Hause trau’n
Wo der Rattenfänger von Hameln pfeift
Wo der Ziegenjunker der Scheren schleift
Wo der Wind durch tote Autos fegt
Wo der bucklige Oskar die Trommel schlägt
Da zünde ich am Abend dann
Mein Feuer an –
Ich tanze bis der Mond aufgeht
Und sing‘ dazu mein altes Lied:

Es ist gut, dass niemand weiß
Dass ich Rumpelstilzchen heiß!                                                                                                                                                             (Rumpelstilzchen, Franz-Josef Degenhardt)

Natascha Runge (AfD) hat unausgesprochene Erwartungen an die Fraktionen des Beirates Blumenthal, nämlich die, auf jeden Fall in die Ausschüsse gewählt zu werden. Das ist aber nicht ausdrücklich festgelegt und kein Automatismus, nicht umsonst werden die Ausschussmitglieder gewählt. Jede Fraktion kann entscheiden, wem sie ihre Stimme gibt.

Unglücklich wählen

Dumm für Runge, dass keine der vertretenen Parteien sie gewählt hat und in Zukunft auch nicht wählen will. Das reichte ihr, um in die Rolle des Rumpelstilzchen zu schlüpfen und demonstrierte damit, dass es ihr gar nicht um eine konstruktive Mitarbeit im Beirat geht – im Gegenteil. Sie kündigte den Gang vor das Verwaltungsgericht an, als ob das Verwaltungsgericht den Beiratsmitgliedern verordnen könne, Runge zu wählen. In Folge sabotierte sie alle nachfolgenden Tagesordnungspunkte der Beiratssitzung indem sie geheime Abstimmung beantragte, etwa über den Einsatz eines mobilen Feinstaubmessgerätes und anderen Tagesordnungspunkten, die sie inzwischen allesamt formal angefochten hat. Mit störenden bürokratischen Tricks wollte und will sie die Beiratsarbeit verlangsamen, stören und behindern, so Ortsamtsleiter Peter Nowak.

Es wundert nicht, dass das AfD-Mitglied Natascha Runge wie auch schon ihr Parteifreund Magnitz sich immer wieder gern und genüsslich in der Öffentlichkeit produzieren, in die Opferrolle schlüpfen und sich darin pudelwohl fühlen. In ihrer Rolle reagiert AfD-Natascha dann mit einem hysterischen Öffentlichkeitsverhalten – schockiert und erschüttert. Damit und auf diesem Weg kann Runge ihre persönliche Angst und Kränkung einem Täterbild zugeordnen.

Letztlich geht es Natascha Runge (und all den anderen faschistoiden AfD`lern) darum, mit dem Feuer zu spielen, denn es genügt ihr schon, dass sie die Etablierten in helle Aufregung versetzt, um damit Bewegung in die politische Landschaft zu bringen. Wohin es mit der AfD dabei geht, ist eine Politik, die den Menschen noch mehr Grund zum Ärgern geben wird als z.B. die jetzige Regierungspolitik. Eine Politik, die dem Volk, auf das sich die AfD so gern beruft, am Ende nicht mehr, sondern noch weniger Gerechtigkeit erfahren lässt.


Zweitens: Schon heute findet innerhalb rechtspopulistischer Gruppen ein Sozialisierungsprozess mit Radikalisierung und ideologischer Indoktrinierung statt. Innerhalb der Gruppen werden ein eigener Wortschatz und eigene Witze entwickelt, die das Ganze zeitweise eher weniger ernst erscheinen lassen. Letztendlich wird aber immer eine eindeutige Feindesgruppe definiert und eine extreme Ideologie propagiert.

Das ist auf der einen Seite in so fern sehr spannend, weil sich der Hass nicht nur gegen fremde Gruppen, sondern gegen sich selbst richtet, was sehr deutlich an den Spaltungen innerhalb der AfD in Bremen zu beobachten ist.

NAZIS RAUS (Pin 25mm)
Da erst konnte er begreifen …

Interessant ist auch der Aspekt, dass Frauen mit offenen Armen aufgenommen und damit in unserer sexualisierten Gesellschaft benutzt werden, denn die männerdominierte AfD legt viel Wert darauf, Frauen in den vordersten Rängen zu haben, weil das der Gruppe ein legitimeres und harmloseres Gesicht gibt, nach dem Motto: Es ist gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!

Literatur: Angst und Macht von Rainer Mausfeld

„Angst“ – nutzbarer Rohstoff für angepasstes Denken und Handeln

Buch Angst und Macht
Mit freundlicher Genehmigung des Westend Verlages

Es vergeht kaum ein Tag, an dem uns nicht Daten einer aktuellen Statistik erreichen, die uns auf die Verschärfung der sozialen Gegensätze in der neoliberalen Gesellschaft aufmerksam machen. Ökonomen, Soziologen, Politikwissenschaftler, Psychologen stellen Thesen auf und versuchen, diesen offensichtlich unumkehrbaren Trend zu erklären und zu begründen, weshalb von den Leidtragenden so wenig Gegenwehr erfolgt. Wie sind die Prozesse organisiert, mit deren Hilfe die bestehenden Machtverhältnisse Legitimation erhalten?

Einer, der dieser Frage auf den Grund zu gehen versucht, ist der Kieler Wahrnehmungs- und Kognitionsforscher Rainer Mausfeld. Er stellt in seiner jüngsten Veröffentlichung die Kategorie „Angst“ als zentralen Begriff für die Ausübung von Herrschaft in „kapitalistischen Demokratien“ ins Zentrum seiner Überlegungen.

Lesen Sie hier weiter > Rainer Mausfeld – Angst und Macht

DKP zu den rassistischen Anschlägen in Halle

Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP:

„Wir verurteilen die rassistischen Anschläge von Halle und trauern mit den Familien der Opfer. Wenn der Generalbundesanwalt jetzt klar von Terror spricht, dann ist das gut, viel zu oft wurden die terroristischen Gewalttaten von Faschisten in diesem Land als Amokläufe verwirrter Einzeltäter abgetan. Doch die Verharmlosung geht schon los, wenn zum Beispiel die CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer, den Anschlag als „Alarmzeichen“ bezeichnet. Antisemitische und rassistische Angriffe sind keine „Alarmzeichen“, sondern traurige Realität in einem Land, in dem Nazis vom Staat geschützt werden. Auch jetzt wird keine 24 Stunden nach der Tat von einem Einzeltäter gesprochen, spricht der Generalbundesanwalt in seiner Pressekonferenz nur von möglichen „Mitwissern“ statt von Mittätern. Dabei wissen wir spätestens seit dem Auffliegen des NSU, dass in Deutschland rechtsradikale Terrorbanden ungehindert ihr Unwesen treiben können, dass sie unterstützt werden vom sogenannten Verfassungsschutz und dass Ermittlungen gegen sie nicht geführt werden bis es sich nicht mehr vermeiden lässt.“

Umgang mit rechten Parolen im Betrieb

Die Hemmschwelle ist immer weiter zurückgegangen

Durchgestrichenes Hakenkreuz
Colourbox

Kai Venohr, Bildungsreferent beim DGB Bildungswerk Bund und stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Mach meinen Kumpel nicht an! – für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus e. V“, berät Betriebs- und Personalräte zum Umgang mit rechtspopulistischen Äußerungen von Kolleginnen und Kollegen. Das Magazin für Beamtinnen und Beamte hat ihn unter anderem gefragt, ob rechte Parolen am Arbeitsplatz derzeit zunehmen.

HIER bitte weiterlesen

Verkappte faschistische Kumpane

Antifaschistischer Kommentar über die angeblichen Anwälte der kleinen Leute

Das System „Nationalsozialismus“ beseitigte  im Hitler-Faschismus die Arbeitslosigkeit durch Arbeitsbeschaffung für den Tod; er nahm den Arbeitern ihre in jahrzehntelangen Kämpfen eroberten Rechte; vor allem das Recht auf eigene Organisationen. Gleichzeitig wurde den Arbeitern erzählt, die Konzern- und Bankherren hätten in Deutschland nichts mehr zu sagen, denn der Staat lenke die Wirtschaft.

Diese betrügerische Propaganda wirkte als Schutzschild für die Machenschaften der Rüstungs-Plutokraten (Herrschaft des Reichtums) und ihrer faschistischen Kumpane.

War im zwölfjährigen faschistischen Deutschland das Proletariat abgeschafft?

Am 1. Mai 1933 verkündeten die faschistischen Führer Hitler, Goebbels und Ley, von nun an sei die Arbeitskraft des Arbeiters keine Ware mehr, im neuen deutschen nationalsozialistischen Staat gäbe es kein Proletariat. Den „Beweis“ dafür nahmen sie aus dem schon vor Hitlers erschienenen Buch: „Das Dritte Reich“ von Moeller van den Bruck.

Dort hieß es: „Proletarier ist, wer Proletarier sein will.“

Das sollte bedeuten, nur der Glaube, Proletarier zu sein, mache den Menschen zum Proletarier; sobald er das nicht mehr glaube, höre er auch auf, Proletarier zu sein.

Nach marxistisch-materialistischer Auffassung ist für die soziale Stellung des Menschen offenkundig ganz gleichgültig was er sich einbildet. Entscheidend ist allein die Rolle, die er tatsächlich im Produktionsprozess spielt: ist er Privateigentümer von Produktionsmitteln (Fabriken, Maschinen etc.), mit deren Hilfe er fremde Arbeitskraft ausbeutet, so ist er Kapitalist. Besitzt er nichts als seine Arbeitskraft, die er dem Kapitalisten verkaufen muss, um leben zu können, so ist er Proletarier.

„Weil das deutsche Volk in dem vom Nationalsozialismus geschenkten Glauben die Wirtschaft als seine Wirtschaft ansah, war der Nationalsozialismus der Notwendigkeit enthoben, seinen sozialistischen Willen dadurch zu beweisen, dass er Experimente in der Wirtschaft veranstaltet.  Das deutsche Volk hat mit seinem Glauben an den Nationalsozialismus seelisch von der Wirtschaft Besitz ergriffen.“ („Das Dritte Reich“, Seite 10/11)

Und heute: Rechter sozialreaktionärer Populismus entsteht während langanhaltender Krisen des kapitalistischen Systems und der bürgerlich-parlamentarischen Demokratie. Die etablierten bürgerlichen Parteien wie auch ihre Bindungen zu bestimmten WählerInnengruppen sind geschwächt, wenn nicht sogar in Auflösung begriffen. Nur durch ein eigenes Konzept, das originär eine antifaschistisch und gewerkschaftliche Handschrift trägt, ist „klare Kante“ in der Öffentlichkeit sichtbar und führt zu einer Reduzierung der stark emotionalen politischen Debatte sowie möglicherweise einem Abebben rassistischer Vorurteile in unserer Gesellschaft – siehe DGB-Erklärung.    K.A. / W.U.

Auferstanden aus Ruinen

70. Jahrestag der DDR

Die Erfahrungen des realen Sozialismus

Künftige sozialistische Gesellschaften werden sich in vielem von denen unterscheiden, die im 20. Jahrhundert in Europa aufgebaut wurden, weil die historischen Voraussetzungen andere sein werden. Die positiven wie die negativen Erfahrungen, die in der Entwicklung des realen Sozialismus gewonnen wurden, stellen jedoch einen riesigen Schatz an Erkenntnissen dar, der für die Zukunft nutzbar gemacht werden muss.

Die Deutsche Demokratische Republik hat (…) der Macht des deutschen Imperialismus Grenzen gesetzt. Vier Jahrzehnte lang war in einem Teil Deutschlands die Herrschaft der Monopole und Banken beseitigt. Die Befreiung vom Faschismus hatte dem deutschen Volk günstige Möglich-keiten für die Schaffung einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung in ganz Deutschland eröffnet. Allerdings wurde diese Chance in konsequenter Weise nur im östlichen Teil, in der sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR, genutzt.

Mit der DDR entstand auf deutschem Boden eine sozialistische Alternative zum deutschen Imperialismus. Die DDR, ihr konsequenter Antifaschismus, ihr Eintreten für Frieden, Entspannung und Abrüstung sowie die Verwirklichung elementarer sozialer Grundrechte gehören zu den größten Errungenschaften der deutschen Arbeiterbewegung und sind Teil des humanistischen Erbes in Deutschland. (DKP-Programm, 2006)

Willi Gerns, Bremen und Herbert Mies, Mannheim in „Weg und Ziel der DKP“, 1979

Im Übrigen wurden manche nationale Besonderheiten in der Entwicklung der DDR zum Beispiel auch dadurch beeinflusst, dass der Aufbau der neuen Gesellschaftsordnung auf den materiellen und geistigen Trümmern eines durch imperialistischen Krieg und faschistische Terrorherrschaft zerstörten Landes, unter den Bedingungen der Spaltung Deutschlands durch das Großkapital und die imperialistischen Besatzungsmächte angepackt werden musste.

Der ökonomisch bei weitem stärkere Teil des ehemaligen einheitlichen Landes war dabei der kapitalistische, der alle Mittel seiner wirtschaftlichen Macht einsetzte, um den Aufbau des Sozialismus in der DDR zu stören. Die konkreten Besonderheiten des Weges der DDR werden sich in der Bundesrepublik Deutschland in dieser Weise nicht wiederholen.

Wir Kommunisten_innen kämpfen für ein sozialistisches Deutschland, das nicht auf den Trümmern eines Weltkrieges und eines faschistischen Terrorregimes aufbauen muss, sondern zu dem der Weg geöffnet wird unter Bedingungen internationalen Friedens, ausgehend von der Verteidigung und Erweiterung der demokratischen und sozialen Rechte des arbeitenden Volkes in einer Wende zu demokratischem und sozialem Fortschritt, über grundlegende antimonopolistisch-demokratische Umgestaltungen in einer antimonopolistischen Demokratie. (…)

2019

Wie der künftige Sozialismus im Einzelnen aussehen wird, kann heute nicht vorhergesagt werden. Vieles hängt ab von den jeweiligen Ausgangsbedingungen, vom weiteren geschichtlichen Verlauf, von den sich ständig wandelnden ökonomischen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen sowie vom Wollen und Handeln derjenigen, die den Durchbruch zur neuen Gesellschaft erkämpfen werden. Aber unabdingbar ist, dass zu einem neuen Typ der Wirtschaftsentwicklung übergegangen wird, der in Verantwortung für die materiell-stofflichen Ressourcen eine Verbesserung der Lebensqualität, die Verwirklichung des Rechts auf existenzsichernde Arbeit in Würde und sozialer Sicherheit ermöglicht. (DKP-Programm, 2006)

Eine schlimme Botschaft des Europäischen Parlaments

Wir dokumentieren eine Erklärung der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR)

firAm 19. September 2019 verabschiedete das EU‐Parlament in Straßburg eine Resolution, in der es angeblich um die „Bedeutung der europäischen Vergangenheit (oder des europäischen Geschichtsbewusstseins) für die Zukunft Europas“ ging. 535 Abgeordnete stimmten für diese Entschließung, 66 dagegen und 52 enthielten sich der Stimme.

Antikommunismus hat eine lange Geschichte. Ausschnitt eines CDU-Wahlplakats von 1953; Foto: Archiv für Christlich-Demokratische Politik / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 DE

Die FIR und ihre Mitgliedsverbände können mit diesem Beschluss in keiner Weise einverstanden sein. Der Text der Erklärung zeigt nicht die Zukunft Europas, sondern ist ein ideologischer Rückfall in die schlimmsten Zeiten des Kalten Krieges, wie er in dieser Entschließung zum Ausdruck kommt, die auf Initiative der baltischen Staaten und Polens zustande kam.

Entgegen allen wissenschaftlichen Erkenntnissen wird hier behauptet, dass erst mit dem deutsch‐sowjetischen Nichtangriffsvertrag „die Weichen für den Zweiten Weltkrieg gestellt wurden“.Die Rekonstruktion der Ereignisse, die zum Zweiten Weltkrieg führten, ist verbohrt, voreingenommen, instrumentell und hat keine wissenschaftliche Grundlage in irgendeinem der Behauptungen. Es setzt die Unterdrücker und Unterdrückten, Opfer und Schlächter, Eindringlinge und Befreier gleich. Die Entschließung ist ein Text grober ideologischer Propaganda, wie er aus der schlimmsten Zeit des Kalten Krieges in Erinnerung ist.  weiterlesen

Für eine solidarische Gesellschaft

25.05.2019 – Sebastian Rave, Politiker der Linkspartei war im Vorfeld der Demonstration (er ist einer der Mitorganisatoren der Demo), per E-Mail mit dem Tod bedroht worden. Sebastian Rave griff diesen faschistisch motivierten Vorfall in seiner Ansprache auf und sagte, dass dieser „Einschüchterungsversuch“ das Interesse an der Demonstration noch verstärk habe. Hatice Ince (Bündnissprecherin ) ging von 5000 bis 6000 Teilnehmern aus (darunter auch zahlreiche DKP-Mitglieder) die sich auf der gemeinsamen Etappe vom Brill, über Obernstraße, Domshof und Schüsselkorb zum Bahnhof bewegten. „Alles ist planmäßig gelaufen“, sagte Ince.

Bremen aufgepasst! Die Bürgerschaftswahlen nähern sich – und mit AfD und BIW drohen erneut zwei rechte Parteien in die Bürgerschaft einzuziehen. In der AfD hat sich Kantholz-Lügner Frank Magnitz mit undemokratischen Mitteln und Tricks gegen seine parteiinternen Gegner als Spitzenkandidat durchgesetzt. Er ist durch enge Zusammenarbeit mit Rechtsradikalen aus der Identitären Bewegung aufgefallen. Die BIW, mit dem rechtsflexiblen Ex-Journalisten Hinrich Lührssen an der Spitze, ist ebenfalls mit Neonazis in Erscheinung getreten. “Die Rechte” versucht in Bremerhaven offen faschistische Strukturen aufzubauen und bedroht regelmäßig politische Gegner*innen.  weiterlesen


100 Jahre Niederschlagung der Bremer Räterepublik: Aus eurem Kampf für Heute lernen

3.2.2019: 200 Teilnehmer*Innen ehrten heute die Verteidiger der Bremer Räterepublik. Sie ehrten Menschen, die einen mutigen Versuch wagten, die Welt menschenwürdiger zu gestalten, eine neue, eine bessere, eine gerechtere Ordnung zu errichten.

Sie hatten vor 100 Jahren  den Mut, den Schritt zu tun, den sie für notwendig hielten, um die Ereignisse der November-Revolution zu bewahren. Sie glaubten nicht der einseifenden Parole „Die Sozialisierung marschiert“ – während in Wirklichkeit Regierungstruppen und Freikorps gegen das Volk marschierten. Das aber war der Reichsregierung, der es um die Löschung des »radikalen Brandherdes« Bremen ging, alles ziemlich egal. Weiter ließen sie verbreiten, dass die »Spartakisten« in der Stadt an der Weser das Auslaufen von Schiffen verhindern würden, die für den Transport amerikanischer Lebensmittel vorgesehen seien.

Gustav Noske setzte am 28. Januar ein 3.500 Mann starkes Freikorps, die sogenannte Freiwilligen-Division Gerstenberg, gegen die Stadt in Marsch. Am 30. Januar erreichte die Nachricht vom Anmarsch der Regierungstruppen Bremen.

Wenn wir das damals Geschehene heute nicht so sehen würden, ständen wir nicht alljährlich an der Gedenkstätte auf dem Waller Friedhof in Bremen, viele von uns schon seit Jahrzehnten. Wir wollen die Verteidiger der Räterepublik nicht heroisieren, aber wir wollen, dass sie geachtet werden und dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt. Ohne Blutvergießen war die Räterepublik von den Arbeitern und Soldaten errichtet worden, aber blutig wurde sie niedergeschlagen.

Lesen Sie hier die neue Broschüre zur Bremer Räterepublik

Zum wiederholten Male moderierte Raimund Gaebelein (Bild) von der VVN/BdA das alljährliche Räte-Gedenken. Die Redner_Innen am 100. Jahrestag der Niederschlagung der Bremer Räterepublik waren u.a. Annette Düring vom DGB Bremen und ein Genosse vom DKP Bezirk Bremen.

Was Annette Düring in ihrem Redebeitrag sagte, lesen Sie hier  /  West-Kurier: West, Seite 3 vom 07-02-2019

Was der DKP-Redner sagte , lesen Sie hier

Nein zum Putsch in Venezuela!

“ die nächsten Tage und Wochen könnten schwierig und gefährlich werden“ (Carolus Wimmer, Sekretär für internationale Beziehungen der PCV).

Nach den USA und rechtsgerichteten Regierungen in Lateinamerika hat sich auch die EU – im Gegensatz zu China und Russland – an die Seite der Putschisten in Venezuela gestellt. Die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Spaniens haben den gewählten Präsidenten Nicolás Maduro aufgefordert, innerhalb von acht Tagen Neuwahlen anzukündigen.

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100 Jahre Bremer Räterepublik“

Sehen Sie hier >>>  eine Videoaufzeichnung  <<< der Veranstaltung zu Ehren der Verteidiger der Bremer Räterepublik von Sönke Hundt vom 10. Januar 2019 um 19:30 Uhr im Gewerkschaftshaus, Bahnhofsplatz 18-22, Tivolisaal.

Der Bremer Buchtstraßenchor sang eingangs einen vertonten und erstmalig für den Chor bearbeiteten Ausschnitt aus Peter Weiß‘ Ästhetik des Widerstands. Danach folgte eine Begrüßung durch die Vorsitzende des DGB Weser-Ems, Annette Düring. Prof. Dr. Jörg Wollenberg sprach über die Bedeutung der Bremer Linksradikalen für die revolutionäre Entwicklung Bremens von 1916 bis 1919. Der Schauspieler Rolf Beckerverlas Zeitzeugendokumente beteiligter Akteure. Dr. Karl-Heinz Roth (Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts) beleuchtete offene Forschungsfragen und die Halbheiten des Umsturzes wie die nichtgelungene Zusammenführung internationaler wie Nationaler Prozesse. Rolf Becker sprach über die skandalöse Umdeutung der Revolution und Räterepublik durch SPD und Gewerkschaft zum 100. Jahrestag.

Veranstalter:  Vorbereitungskreis Veranstaltung zu Ehren der Bremer Räterepublik

Legenden und Überspitzungen im Fall des Bremer AfD-Mitglieds Frank Magnitz

Nachdem der AfD-Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz von Unbekannten attackiert wurde, setzte die Bremer Polizei eine Sonderkommission ein. Sie ging dabei davon aus, dass Magnitz wegen seiner politischen Gesinnung angegriffen worden sei; schließlich unterhält er Verbindungen zur völkisch-nationalistischen Identitären Bewegung und ist bekanntlich selbst in einer rechtsradikalen Partei organisiert.

Der Angriff auf das AfD-Mitglied Frank Magnitz war kein Mordversuch, auch wenn Gauland und Weidel etwas anderes behaupten. Davon ist die Staatsanwaltschaft seit dem 09.01.19 aufgrund eines Überwachungsvideos überzeugt. Dieses zeigt, dass es weder den Einsatz eines Kantholzes noch Tritte gegen den Kopf des Opfers gegeben hat. Deshalb wird auch nur nur wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Gegen die AfD-Darstellung spricht auch, dass Magnitz bereits einen Tag nach dem Überfall das Krankenhaus auf eigene Verantwortung verlassen konnte. Wäre er mit Kanthölzern und Schlägen traktiert worden, wäre dies aus physischen Gründen nicht möglich gewesen.

Siehe: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/kurz-notiert/video-angriff-magnitz-veroeffentlicht-bremen-100.html

Die Legenden und Überspitzungen dienen der AfD dazu, sich demagogisch als Opfer in den Medien und vor den eigenen Anhängern darzustellen. Magnitz, der keine Erinnerung daran hat, was passiert ist, aber die Mordanschlags-Theorie der AfD beibehält, verkettet sich dabei in Widersprüchen. Gegenüber der „Bild“-Zeitung erklärte Magnitz in Kenntnis der Videoaufnahmen, dass es sich auch um einen Raubüberfall handeln könne. Die Bilder allerdings sagen, wie bereits erwähnt, etwas anderes.

Die AfD macht im Fall Frank Magnitz weiter wie bisher: mit Provokationen, Verbalradi­kalität und sozialreaktionären Inhalten auf der Grundlage an Boden gewinnender Irrationalismen. So wird in Anknüpfung an vorhandene Ressentiments (alle Linken sind gewalttätig) Politik gemacht. In diesem Zusammenhang muss auch das auf der linken Internetseite Indymedia erschienene „Bekennerschreiben“ verstanden werden, das von einer Gruppe namens „Antifaschistischer Frühling Bremen“ stammen soll. Allerdings ist eine solche Gruppe in Bremen bisher nicht in Erscheinung getreten, es kann sogar vermutet werden, dass es sie gar nicht gibt. Denn auf Indymedia kann jedermann anonym Beiträge veröffentlichen, weswegen auch die staatlichen Ermittlungsorgane die Echtheit des Schreibens anzweifeln.

Im Anschluss an den Angriff auf Magnitz und im Zusammenhang mit den antilinken Verleumdungen der AfD sahen sich verschiedene bürgerliche und sozialdemokratische Politiker dazu veranlasst, diesem gute Genesung zu wünschen und zu betonen, dass Gewalt kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sei. Dies ist besonders aus dem Mund solcher Politiker heuchlerisch, die bisher noch jedem Kriegseinsatz der Bundeswehr zugestimmt haben und verantwortlich für die zunehmende Militarisierung der deutschen Polizei sind. In der kapitalistischen Gesellschaft ist die Gewalt stets Mittel der Politik; es ist die Gewalt der wenigen Reichen, mittels derer sie ihre Herrschaft über die arbeitende Mehrheit der Bevölkerung sichern.

Wir Kommunisten sehen keinerlei Anlass, Magnitz gute Besserung zu wünschen. Die politische Feindschaft, in der wir mit der AfD als der reaktionärsten Vertreterin des kapitalistischen Systems stehen, endet für uns nicht über dem Krankenlager eines Faschisten.
Aber wir sind Gegner derartiger Übergriffe. Nicht weil wir Mitleid mit Magnitz hätten oder weil wir Pazifisten wären, sondern weil wir wissen, dass weder der Faschismus noch der ihn hervorbringende Kapitalismus durch die Aktionen individueller Einzelakteure oder kleiner Gruppen von „verschworenen Gemeinschaften“ überwunden werden kann. Hierzu ist die Entfaltung des Kampfes von Massenbewegungen der Arbeiterklasse und aller vom Imperialismus unterdrückten Teilen des arbeitenden Volkes notwendig. Zur Entwicklung und Führung solcher Massenkämpfe beizutragen, darin sehen wir Kommunistinnen und Kommunisten unsere zentrale Aufgaben.

G.B./K.A.


18.01.2019

AfDler als Brandstifter?

Der Mitarbeiter eines AfD-Bundestagsabgeordneten soll in der Ukraine einen Brandanschlag in Auftrag gegeben haben. Die Vorwürfe richten sich gegen Manuel Ochsenreiter, der im Bundestagsbüro des AfD-Abgeordneten Markus Frohnmaier arbeitet. Es geht um eine Anklage in Polen: Dort stehen drei Männer vor Gericht, denen vorgeworfen wird, am 4. Februar 2018 in der ukrainischen Stadt Uschhorod einen Brandanschlag auf eine ungarische Einrichtung verübt zu haben. Die Attacke mit Molotow-Cocktails kann den polnischen Behörden zufolge ukrainischen Neonazis zugeordnet werden, um die Beziehungen zwischen Ukrainern und Ungarn zu belasten. Ochsenreiter habe den Anschlag initiiert, sagte der Beschuldigte Michal P. in Krakau während des Prozessauftaktes. Er habe mit Ochsenreiter über den Messenger-Dienst Telegram kommuniziert, sagte der Angeklagte und habe ihm im Nachhinein Videos der Tat geschickt. Laut Aussage soll Ochsenreiter mit der Aktion sehr zufrieden gewesen sein. Michal P. soll laut polnischen Behörden Mitglied der polnischen Faschisten-Gruppierung „Falanga“ sein.

Quelle: UZ vom 18.01.2019

Novemberrevolution 1918/19

Das Buch zum Thema Novemberrevolution 1918/19

Der Platz der Revolution 1918/19 in der deutschen Geschichte und im Geschichtsbild der Deutschen (Gerhard Engel); Die österreichische Revolution (Hans Hautmann); Die Gründung der KPD und ihre Wirkung (Heinz Karl)

Räterepublik in Bremen

Hamburger Jugendbewegung im Krieg und in der Novemberrevolution (Kurt Baumann); Konterrevolution und »Antibolschewismus« – Eduard Stadtler (Rainer Zilkenat); Revolutionäres Erbe und Strategieentwicklung in der Politik der KPD (Raimund Ernst); Die Novemberrevolution im Spiegel der marxistischen Historiographie der DDR (Ralf Riedl); Die Novemberrevolution im Urteil bürgerlicher und sozialdemokratischer Politik- und Geschichtswissenschaftler (Ludwig Elm)

EU-Parlament fordert Verbot neofaschistischer Organisationen

fir
Fédération Internationale des Résistants

In einer Entschließung, die mit 355 Stimmen bei 90 Gegenstimmen und 39 Enthaltungen angenommen wurde, beklagen die Abgeordneten des Europaparlaments, dass der gegenwärtige Anstieg der Fremdenfeind-lichkeit in Europa dadurch ermöglicht wurde, dass man keine entschiedenen Maßnahmen gegen neofaschis-tische und neonazistische Gruppierungen ergriffen hat.  weiterlesen